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Hoyerswerda

Die „fünfte Sparte“ des Staatstheaters

Die Kostümschneiderei leistet spontane Corona-Hilfe und näht Mund- und Nasenschutzmasken.

Übergabe der ersten in der Kostümschneiderei des Staatstheaters Cottbus genähten Atemschutzmasken an die Cottbuser Feuerwehr und das DRK mit Kostümdirektorin Nicole Lorenz und Intendant Dr. René Serge Mund (2.v.r.).
Übergabe der ersten in der Kostümschneiderei des Staatstheaters Cottbus genähten Atemschutzmasken an die Cottbuser Feuerwehr und das DRK mit Kostümdirektorin Nicole Lorenz und Intendant Dr. René Serge Mund (2.v.r.). © Foto: Staatstheater Cottbus/Annalena Hänsel

Von Beowulf Kayser

Cottbus. Die Not macht jetzt auch in Cottbus erfinderisch. Seit etwa zwei Wochen summen in der Kostümschneiderei des Staatstheaters die Nähmaschinen. Zwölf der insgesamt 360 fest angestellten Mitarbeiter nähen in mehreren Schichten dringend benötigte Mund- und Nasenschutzmasken. „Dem Theater ist es ein Bedürfnis, in dieser Ausnahmesituation auf diese Weise einen Beitrag leisten zu können“, sagte Intendant Dr. René Serge Mund. Die ersten hundert aus kochbarer Baumwolle bestehenden Schutzmasken wurden bereits an die Cottbuser Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz übergeben.

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Neues Baumwollmaterial

Sie bieten einen vergleichbaren Schutz wie die handelsüblichen Einweg-Masken und sind wiederverwendbar. „Inzwischen ist bereits neues Baumwollmaterial eingetroffen, damit wir die Hilfsaktion nahtlos weiter fortsetzen können“, erklärte Kostümdirektorin Nicole Lorenz. Insider bezeichnen die Kostümschneiderei wegen der spontanen Corona-Hilfe bereits als „fünfte Sparte“ des Theaters – neben den vier Sparten Oper, Schauspiel, Ballett und Philharmonischem Orchester.

100.000 Euro Verlust pro Monat„Wie es mit dem Staatstheater Cottbus trotz der Corona-Krise weitergeht, ist gegenwärtig noch völlig unklar“, sagte Intendant Mund. Ein Monat ohne Aufführungen bringe dem einzigen Vierspartenhaus im Land Brandenburg einen Einnahmeverlust von etwa 100.000 Euro.Da helfen zwar die Zuwendungen der Stadt Cottbus von 12,2 Millionen Euro und der Anteil von 15,5 Millionen Euro von der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) weiter, aber damit werden auch das Landesmuseum für moderne Kunst mit den Standorten in Cottbus und in der Oderstadt finanziert. Der Theaterintendant hofft, ähnlich wie in anderen Wirtschaftsbereichen, auf einen Ausgleich für die finanziellen Ausfälle des Cottbuser Staatstheaters.

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