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Die Geburt eines Vulkans

Im Saurierpark in Kleinwelka entsteht mit der Ursuppe ein neues Themenareal. Das verlangt den Machern einiges ab.

© Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

Kleinwelka. Besser könnte die Werbung gar nicht sein. Jeder Besucher, der den Saurierpark in Kleinwelka betritt und jeder, der ihn wieder verlässt, kommt automatisch an der großen Baustelle vorbei. Und jeder stellt sich diese eine Frage: Was soll das werden, wenn es fertig ist? Kaum einer weiß das so gut wie Walter Morlock. Der Bauleiter hat das Herzstück des neuen Themenareals entworfen – und sich dabei selbst einen kleinen Wunsch erfüllt. Wer kann schon von sich behaupten, jemals einen Vulkan gebaut zu haben?

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Arbeit in luftiger Höhe: Mit einem Spritzbetonverfahren wird die Oberfläche des Vulkans Schicht für Schicht aufgetragen.
Arbeit in luftiger Höhe: Mit einem Spritzbetonverfahren wird die Oberfläche des Vulkans Schicht für Schicht aufgetragen. © Uwe Soeder

Die Baustelle im Saurierpark

Der Bauleiter erzählt , wie einmalig die Konstruktion ist. Er berichtet von einem Spritzbetonverfahren, mit dem die Oberfläche des Vulkans Schicht für Schicht aufgetragen wird. Und von einem Weg, der die Besucher ab der kommenden Saison am Vulkan vorbeiführt. Doch von vorn: In den vergangenen vier Jahren haben die Betreiber des Saurierparks mehrere Millionen Euro in die Anlage investiert. Damit die Besucher bequem ihr Auto abstellen können, wurde zunächst ein größerer Parkplatz errichtet. Spektakulär war der Bau eines neuen Eingangsbereichs, dem Mitoseum, das in seiner Form an die Zellteilung erinnert. Jetzt ist das vorerst letzte Bauprojekt an der Reihe. Auf einer Fläche direkt hinter dem neuen Eingangsbereich entsteht gerade ein neues Themenareal.

Herausforderung: Thema attraktiv gestalten

Doch von der ersten Idee bis zum Baustart war es ein langer Weg. Zunächst einigte sich das Team vom Saurierpark auf den Namen „Ursuppe“. Die Idee, mit dem Themenareal den Anfang allen Lebens darzustellen, gefiel allen gut. Aber als es um die Umsetzung ging, tauchten erste Probleme auf. Auf dem Papier entstand eine tote Landschaft, die wenig einladend wirkte. „Die größte Herausforderung war es, das Thema für die Besucher attraktiv zu gestalten, ohne allzu große Anachronismen einzubauen“, erklärt der Bauleiter.

Nicht nur die Ideenfindung war kompliziert. Auch die Umsetzung hat es in sich. Zunächst überlegte der Bauherr, ob er für den Vulkan Erde aufschüttet und dann mit Beton einen Tunnel einbaut, ähnlich wie auf einer Autobahn. Doch dann fiel ihm etwas Besseres ein. Er erinnerte sich an eine Möbelfirma, die mithilfe eines Raumgerüstes einen riesigen Küchenschrank konstruiert hatten. So etwas wollte Morlock auch. Der größte Vorteil daran: Weil die Konstruktion relativ leicht ist, muss nicht erst ein großes Fundament errichtet werden.

Der Bauleiter tüftelte an der Konstruktion der Gerüstteile. Die Statik musste genau berechnet werden, damit auch alles hält. Dann konnten die Arbeiten beginnen. „Als das Gerüst stand, haben uns die Besucher gefragt, ob wir hier eine Achterbahn errichten“, erklärt Morlock. Der Bauleiter weiß, dass die Konstruktion tatsächlich anfangs an eine Berg-und-Tal-Bahn erinnert hat. Doch so etwas wird es im Saurierpark niemals geben, erklärt Diana Liebsch, Sprecherin der für den Park zuständigen Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft (BBB). „Es gehört zu unseren Grundsätzen, dass wir keine elektrisch betriebenen Fahrgeschäfte aufstellen“, erklärt sie.

Besondere Spielgeräte ausgesucht

Das heißt aber nicht, dass die Besucher einfach nur an dem Vulkan vorbeilaufen. Die Mitarbeiter des Saurierparks haben sich bereits verschiedene Spielgeräte für diesen Themenbereich ausgesucht. Vor allem solche Geräte, die nicht überall zu finden sind. Die Kinder, die oft eine lange Autofahrt hinter sich haben, sollen sich in diesem Themenareal austoben können. Mehr wollen die Mitarbeiter noch nicht verraten.

Doch zurück zum Vulkan. Als das Gerüst stand, befestigten die Bauarbeiter darauf Stahlgewebematten. Mit Holzstreben schufen sie zudem Neigungen, damit die Oberfläche des Vulkans möglichst echt wirkt. Damit die Besucher den Vulkan später einmal von allen Seiten betrachten können, wird noch ein Lavaweg angelegt. Schon jetzt kann man den Pfad erkennen. Im September bekommt er dann eine Asphaltdecke – und eine besondere Optik. Denn der Weg stellt einen Zeitstrahl dar und führt die Besucher vorbei an kleinen Lebewesen, Steinen und kargen Pflanzen Schritt für Schritt in die Epoche des Jura und damit zu den Sauriern.

Insgesamt 850 000 Euro investiert der Park in die neue Attraktion, die noch eine Überraschung für die Gäste bereithält. Walter Morlock zeigt auf den Krater des Vulkans, die sogenannte Caldera. . „Vielleicht wird es irgendwann daraus ...“, beginnt er zu erzählen, unterbricht sich dann aber selbst. Nein, dazu kann er wirklich noch nichts sagen. Das müssen sich die Besucher ab dem 1. April selbst ansehen.