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Die gelbe Herrlichkeit ist dahin

Der ADAC befindet sich mitten im Reformprozess, doch die Krisenmanager sehen noch immer zahlreiche Probleme.

© dpa

München. Der ADAC liegt am Boden. Der gelbe Glanz, den der zweitgrößte Autofahrerclub der Welt einst verbreiten wollte, ist verblasst. Viele der Tausenden Mitarbeiter sind verunsichert, manche bangen um ihre Jobs. Rund 290 000 Mitglieder des Vereins sind aus dem ADAC ausgetreten.

Am Sonnabend tagt die Hauptversammlung der taumelnden Organisation in Saarbrücken. Der ADAC hofft auf einen Neustart. Vor allem will der ADAC sein ramponiertes Image wieder polieren. Dabei haben die Entrüstungsstürme, die in den vergangenen Monaten über den Club hinweg gezogen sind, weniger konkreten Schaden angerichtet als befürchtet. Zwar ist die Zahl von 290 000 Kündigungen in den ersten vier Monaten enorm hoch, die Austrittswelle konnte den seit Jahren anhaltenden Zustrom von neuen Mitgliedern aber nur bremsen. Zum 30. April hatte der ADAC 18 960 216 Mitglieder, immerhin 17 415 mehr als zu Jahresanfang. Das Ziel, die Marke von 19 Millionen Mitgliedern zu knacken, ist also nur vertagt.

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Begonnen hatte das beispiellose Drama damit, dass die Süddeutsche Zeitung über Fälschungen beim Autopreis „Gelber Engel“ berichtete. Und die Anschuldigungen stimmten. „Die Enttäuschung war gigantisch“, sagt der Sprecher des eigens für den Reformprozess eingesetzten Beirats, Jürgen Heraeus. In der Folge schwoll eine Welle der Empörung an, die neben Präsident Peter Meyer auch die Geschäftsführung des Clubs um Karl Obermair davonspülte.

Sei es die Nutzung von Rettungshubschraubern für dienstliche Zwecke, steuerliche Privilegien, undurchsichtige Geschäfte mit der Pannenhilfe, die Methodik der Pannenstatistik, Intransparenz oder der Vereinsstatus – es gab viele Vorwürfe. Manche hielten Prüfungen nicht stand. Dennoch: Das Amtsgericht München prüft den Vereinsstatus des ADAC.

Das Signal für die Hauptversammlung soll aber klar sein: Der Club soll zurück zu seinen Wurzeln. Alles soll untersucht werden, auch das Firmengeflecht, das sich gebildet hat. „Der ADAC muss viel klarer als bisher zwischen seinen Vereins- und Wirtschaftsinteressen trennen. Wenn das nicht gelingt, sehe ich den Status des Vereins in Gefahr“, sagt Heraeus. Auch die Suche nach einem Präsidenten ist schwierig. Nach dem Ausscheiden Meyers hat August Markl die Führung übernommen. Ambitionen, den Job zu behalten, hat er nicht. „Bisher konnten wir aber leider keinen geeigneten Kandidaten finden“, sagte er. Und so will sich der ADAC erst reformieren und dann eine neue Spitze wählen. (dpa)