merken

Die Gesundheits-Frage

Würden Sie 800 Euro verschenken, um Ihre Gesundheit zu schützen? Unsere Kolumnistin Ilona Bürgel hat es getan.

Ilona Bürgel © SZ

Von Ilona Bürgel

Wir wünschen uns stets und ständig zu feierlichen Anlässen eine gute Gesundheit. Doch was tun wir im Alltag tatsächlich dafür? Vor allem, so lange nichts wehtut. Ich erlebe häufig, dass wir weder ein Konzept noch eine Vision dafür haben, was es ganz individuell für uns heißt, gesund zu sein. Wie wäre das Optimum?

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Frühlingsfest bei Hyundai

Geschenke & Neuheiten am 23. März von 9 bis 15 Uhr! Zum Start in den Frühling verteilt die TG Automobile GmbH in Bautzen, Hoyerswerda und Görlitz Geschenke.  

Zunächst einmal sollten wir wissen, wie sich genau Gesundheit anfühlt und woran sie sich misst. Genauso wichtig wäre es, zu wissen, welches unsere Schwachpunkte sind. Welches Körperorgan reagiert bei Stress und ist ein Seismograph dafür, wie es uns gerade geht? Welches eigene Verhalten und welche Umgebung tun uns nicht gut, kosten unnötig Kraft und bei Wiederholung eben auch die Gesundheit? Nur wenn wir das wissen, können wir auch vorbeugen, uns schützen oder angemessen reagieren. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass Gesundheit und Wohlbefinden nicht nur eine Frage des Alters sind. Vieles verändert sich, muss aber nicht sofort schlechter werden. Vor allem, wenn wir uns um unseren Körper kümmern.

Ich habe weitere Fragen an Sie: Was würden Sie für Ihre Gesundheit investieren? Haben Sie ein festes Budget für Massagen, Vitamine oder Ähnliches? Wie gern bezahlen Sie beim Arzt eine Extraleistung, weil Sie Ihnen guttut?

Und würden Sie 800 Euro verschenken, wenn Sie dadurch Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit schützen könnten? Ich habe es getan und das kam so: Es gibt bei meiner Arbeit ruhigere und sehr volle Monate. So war es auch in diesem Fall. Ich hatte seit Wochen gut zu tun und vor mir lagen zwei weitere sehr engagierte Wochen. Ein halbes Jahr vorher hatte ich ein Coachingwochenende für mich selbst in Frankfurt am Main gebucht. Es sollte ein Aufbaukurs werden, um an eigenen mentalen Mustern zu arbeiten. Am Mittwoch vor den Coachingtagen fühlte ich mich plötzlich total unwohl und müde. Ich ging die letzten Stunden und Tage durch und fand nichts, was mich so viel Kraft und Stimmung hätte kosten können. Schnell war ein gedankliches „Hab dich nicht so!“ zur Hand. Doch ich erkannte, dass dies die falsche Antwort war. Viel zu oft reißen wir uns zusammen, machen weiter, obwohl etwas nicht passt.

Ich tat dann etwas, was ich auch Ihnen raten möchte. Ich erweiterte meine Perspektive und konzentrierte mich auf mich. Ich nahm mir Zeit für die Frage „Was ist los?“. Plötzlich wurde mir klar, dass ein anstrengenderes Jahr hinter mir lag, als ich mir eingestand. Manchmal reicht schon ein Ereignis aus, um uns viel Kraft zu rauben. Ich erkannte, dass ich am Limit war und dringend eine Pause brauchte, in der ich auftanken und mich zurückziehen konnte. Beides wäre an dem Coachingwochenende nicht möglich gewesen, dieses hätte nur noch mehr Kraft gekostet.

Schweren Herzens sagte ich also ab, obwohl ich wusste, dass ich die Kosten nicht zurückbekommen werde. 800 Euro sind viel Geld, davon hätte ich Urlaub machen oder oft zur Massage gehen können. Doch ich habe mich für eine Soforthilfe entschieden. Daraus gelernt habe ich, dass ich es noch genauer nehmen möchte, in meinen Kalender mehr freie Tage einzutragen, die auch nicht mit schönen Dingen, sondern nur mit Erholung gefüllt werden.

Am 27. März 2019, 18.30 Uhr, können Sie Dr. Ilona Bürgel live beim Leserforum erleben: „Mensch ärger Dich (nicht)!“ heißt ihr Vortrag im Haus der Presse Dresden, Ostra-Allee 20. Nie ging es uns so gut wie heute. Wie kommt es, dass wir uns dann so schnell, lange und heftig über so vieles ärgern? Karten für 15 Euro, mit SZ-Card 13 Euro in allen SZ-Treffpunkten oder verbindliche Voranmeldung per Mail unter: [email protected].