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Die Gläubiger von Arcandor gehen leer aus

Die Pleite des Handelsriesen wird für Aktionäre, Banken, Lieferanten und Vermieter zum Milliardengrab.

Von Erich Reimann

Essen. Die Pleite des Arcandor-Konzerns wird für die Gläubiger des Unternehmens zum Milliardengrab. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg sagte gestern auf der ersten Gläubigerversammlung des Handelsriesen in der Essener Gruga-Halle, von den angemeldeten Forderungen von 19 Milliarden Euro werde nur ein Bruchteil bezahlt werden können. Das trifft Banken, Lieferanten und Vermieter – aber auch Tausende von Beschäftigten, denen der Konzern noch Geld schuldet.

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In der 7000 Zuschauer fassenden Halle verloren sich nur 63 Gläubigervertreter. Wo sonst Schlagerstars Stimmung machen, herrschte die Atmosphäre einer Beerdigung. Tatsächlich beschloss die Versammlung die Abwicklung der Konzernholding.

Vor allem ihre Gläubiger werden Görg zufolge kaum etwas von ihrem Geld wiedersehen, wenn, dann „im unteren Promille-Bereich“. Das heißt: Für jeden Euro, den Arcandor schuldig ist, werden die Gläubiger weniger als einen Cent zurückerhalten. Was in der Holding noch an Werten vorhanden sei, gehört laut Görg Dritten. Alles andere sei nichts mehr wert, urteilte er. Einer der größten Gläubiger ist das Finanzamt.

Nur wenig besser sieht es für die Gläubiger von Karstadt oder Quelle aus. Sie können auf eine Quote von einem Cent je Euro hoffen. Es seien aber auch noch nennenswerte Veränderungen möglich, hieß es. Die Forderungen gegen Karstadt belaufen sich auf 2,6 Milliarden Euro, gegen Quelle auf 1,7 Milliarden Euro. Gut 50000 Gläubiger haben Ansprüche angemeldet.

Die Sanierung von Karstadt kommt offenbar besser voran als erwartet. Vor allem der Oktober sei „sehr gut gelaufen“, hieß es. Görg könne auf der heutigen Karstadt-Gläubigerversammlung operativ schwarze Zahlen präsentieren. Zuletzt hatte Karstadt 270 Millionen Euro Verlust gemacht. (AP)