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Die Goldgräber-Hose

Aus Denim und bis zu 60 Einzelteilen, in verschiedenen Waschungen, Schnitten und Farben: Seit fast 150 Jahren sind Jeans beliebt – doch woher kommen sie?

© Foto: AdobeStock

Der Baumwollstoff einer Jeans ist von Natur aus weiß und heißt Denim, abgeleitet von seiner Herkunft aus der französischen Stadt: „de Nîmes“. Der tiefblaue Farbstoff Indigo sorgt für die typische Jeansfarbe. Er wurde ursprünglich aus den Blättern der Indigopflanze gewonnen, wird heute aber künstlich hergestellt. Eine Jeanshose kann aus bis zu 60 Einzelteilen bestehen, von Hosentaschen über Reißverschluss und Gürtelschlaufen bis hin zu den Knöpfen. Die sichtbaren orange-gelben Nähte halten die Hose zusammen. Die Jeans hat ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten, ihr Erfinder war aber ein deutscher Auswanderer aus der Nähe von Bamberg. Beim Patentamt angemeldet wurde die Hose 1873 von Levi Strauss und Jacob Davis und damit kann sie bald ihren 150 Geburtstag feiern. Strauss arbeitete nach seiner Auswanderung nach Amerika im Textilhandel und zog zu Zeiten des großen Goldrauschs nach San Francisco.

Stabile Hose mit vielen Taschen

Er verkaufte den Goldschürfern aber nicht nur Kleidung, sondern auch Zahnbürsten, Hosenträger und Knöpfe. Dabei merkte er, dass die Goldgräber einen großen Hosenverschleiß hatten und oftmals in zerrissenen und zerfetzten Beinkleidern umherliefen. Also überlegte er sich stabile, widerstandsfähige Hosen, in deren Taschen ihre vielen kleinen Werkzeuge Platz fanden. Er kümmerte sich die strapazierfähigen Stoffe und dachte sich einen bequemen Hosenschnitt aus. Dabei nahm er sich den Schneider Jacob Davis zum Partner. Der hatte die Idee, die Hosentaschen mit Nieten zu verstärken und damit stabiler zu machen. Im Mai 1873 konnten sie ihr Hosenpatent anmelden, bis zum Ende des Jahres hatten sie schon 5.875 ihrer Hosen verkauft. Die Jeans war schnell beliebt bei Cowboys, Farmern, Eisenbahnleuten und Handwerkern. Ursprünglich wurden die Hosen aus braunem Segeltuch hergestellt. Der Name Bluejeans kam erst in den 1920er Jahren auf, da die Hosen durch den mit Indigo gefärbten blauen Baumwollstoff Denim abgelöst wurden. Der Name kommt vom verwendeten Stoff: Der strapazierfähige Baumwollstoff kam aus Nîmes in Frankreich: „de Nîmes“.

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Girls-Campinghose, Wisent und Shanty

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Jeans mit den amerikanischen Soldaten nach Europa. 1948 wurden Jeans erstmals in Europa hergestellt, 1953 gab es die ersten Jeans für Frauen. Die hießen Girls-Camping-Hose und hatten den Reißverschluss an der Seite. Auch durch Filmstars wie James Dean und Marlon Brando wurde die Hose immer bekannter. In der DDR gab die Jeans Anlass für Schulverweise und Klubhausverbote, wurde aber später in volkseigener Produktion in den 1980er Jahren zur Freizeithose schlechthin, mit den Marken Boxer, Wisent und Shanty.

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