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Die Grippe hat den Landkreis im Griff

Ein Mensch ist in dieser Saison bereits an der Grippe gestorben. Experten raten weiterhin zur Schutzimpfung.

© dpa

Von Jana Ulbrich und Franz Werfel

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Sächsische Schweiz. Es fing alles ganz ruhig an in dieser Saison. Mancher hatte nach der heftigen Grippewelle vor einem Jahr mit rund 750 Erkrankten und sieben Toten im Landkreis gar nicht mehr damit gerechnet, dass die Influenza-Viren in diesem Winter noch einmal mit Macht zuschlagen. Zumal das trockene, kalte Wetter für die Viren keine guten Bedingungen bietet. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza beim Robert-Koch-Institut, die die Grippewelle bundesweit beobachtet und analysiert, hat für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im Moment eine „deutlich erhöhte“ Virenaktivität ausgemacht.

Diese erhöhte Aktivität belegen auch die offiziellen Erkrankungszahlen. Dem Gesundheitsamt zufolge wurden bis zum Ende vergangener Woche im Landkreis 881 Grippe-Fälle gemeldet, die durch Labortests bestätigt sind. „Wir gehen jedoch von einer deutlich höheren Anzahl von Influenza-Erkrankungen aus“, sagt Kerstin Körner, die Amtsleiterin für Gesundheits- und Verbraucherschutz im Landkreis. Nicht jeder Patient wird tatsächlich auf Grippe-Viren getestet – und nicht jeder Fall wird im Gesundheitsamt gemeldet. Kerstin Körner zufolge ist die Region derzeit mittendrin in einer Influenza-Epidemie. Die nächsten Wochen würden zeigen, ob der Gipfel der größten Viren-Welle erreicht ist oder nicht.

Von den 881 bekannten Fällen musste fast jeder achte Patient im Krankenhaus behandelt werden. Ein Bürger des Landkreises, der sich bereits im hohen Alter befand, ist an der Grippe gestorben. Der sächsischen Landesuntersuchungsanstalt zufolge sind in dieser Saison bisher vor allem Menschen an der Grippe erkrankt, die keine Schutzimpfung bekommen haben. Betroffen sei sachsenweit besonders die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen, gefolgt von den jüngeren Erwachsenen.

Ältere Menschen zählen zu den Risikogruppen, ebenso wie chronisch Kranke oder immungeschwächte Personen. Für diese Personen empfiehlt das Gesundheitsamt auch jetzt noch die Grippeschutzimpfung. „Besonderes gefährdete Personen sollten gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt entscheiden, ob sie sich gegen die Influenza noch impfen lassen“, sagt Kerstin Körner. „Solange sie nicht selbst akut erkrankt sind, wäre das möglich und noch sinnvoll.“

Dreifachschutz kann versagen

Umstritten war in einigen Regionen Deutschlands in der Vergangenheit der Impfstoff. Auf Nachfrage teilt das Gesundheitsamt mit, dass es für den Landkreis bereits in der vierten Saison ausschließlich den Vierfachimpfstoff anwendet. Er bietet Schutz vor zwei Influenza-A- und zwei Influenza-B-Stämmen. Es hatte sich herausgestellt, dass der von den Krankenkassen bevorzugte Dreifachschutz diesmal nicht den Virenstamm enthält, der in diesem Winter besonders aktiv ist. Der Vierfachimpfstoff enthält diesen B-Stamm jedoch.

Unter anderem davon, welcher Influenza-Stamm mit welcher Intensität vorherrscht, hänge auch ab, wie stark eine Grippewelle ausfällt, erklärt Kerstin Körner. In der Vorjahressaison, die als heftigste Grippe-Saison in Sachsen seit 2001 gilt, trat vor allem die Influenza-A auf. „Jetzt ist es die Influenza B“, so Körner. Schon jetzt ist die diesjährige Grippewelle im Landkreis heftiger als die vor einem Jahr.

Bei plötzlichen Grippe-Symptomen wie Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen sollte in jedem Fall schnell ein Arzt aufgesucht werden, rät Kerstin Körner. Wer erkrankt ist, sollte im Bett bleiben und die Räume gut durchlüften. „Die Genesung braucht Zeit. Mit viel Ruhe, Schlaf, Trinken, frischer Luft und Vitaminen kann das Immunsystem wieder gestärkt werden“, so Körner. Auch Medikamente könnten helfen, einzelne Symptome zu lindern. Wer sich mit der Grippe angesteckt hat, braucht etwa zwei Wochen, um sie wieder loszuwerden.

In Pirna bietet das Landratsamt kostenlose Impfungen an jedem Dienstag von 13 bis 17.30 Uhr an, in Freital an jedem ersten Donnerstag im Monat von 15.30 bis 17.30 Uhr und in Dippoldiswalde immer am letzten Donnerstag im Monat von 15.30 bis 17.30 Uhr.