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Sport

Die erste Analyse nach der Enttäuschung

Die DSC-Volleyballerinnen verlieren das dritte Viertelfinale gegen Aachen und scheiden so früh aus wie zuletzt 2004. Chef Jörg Dittrich sagt aber: "Wir machen weiter." 

Den DSC-Spielerinnen Maria Segura, Katharina Schwabe und Michelle Petter ist die Frustration anzusehen. © Jürgen Lösel

Die Schritte sind Jörg Dittrich sichtlich schwer gefallen. Der DSC-Volleyballchef schnappte sich nach dem dritten Play-off-Viertelfinale das Hallenmikrofon. „Aachen war heute besser". Mit 1:3 hatten die Volleyballerinnen des DSC am Samstagnachmittag in der heimischen Margon-Arena mit 1:3 (18:25, 24:26, 25:22, 21:25) verloren. Das plötzliche Meisterschaftsaus für den Favoriten, der Außenseiter spielt nun im Halbfinale gegen Stuttgart.

Für die Volleyballerinnen des Dresdner SC entpuppte sich im Play-off-Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft der Heimvorteil letztlich als Nachteil. Dem psychischen Druck war das Team von Alexander Waibl nach einer Saison voller Achterbahnfahrten offenbar nicht gewachsen. Die Ladies in Black Aachen, Sechster der Meisterschafts-Hauptrunde mussten in der mit 2.449 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Margon-Arena, keine außergewöhnliche Leistung abrufen, um den Favoriten überraschend aus dem Rennen um den Titel zu werfen. Das Waibl-Team wird die Meisterschaft als Fünfter abschließen und damit so weit hinten, wie seit 15 Jahren nicht. Das ist fraglos eine Enttäuschung, auch gemessen am eigenen Anspruchsdenken, das der Dresdner SC sich aufgrund der konstanten Erfolge in den letzten zehn Jahren erarbeitet hat – und an dem er auch gemessen werden will. Das konnte der Verein, der sich zu den Top-Drei-Teams in Deutschland zählt, in dieser Saison allerdings zu selten zeigen. Weshalb, das wird in den kommenden Wochen sicher gründlich analysiert. 

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Konstantin Bitter wird Scout und Co-Trainer

Mit dem Weggang von Till Müller bricht eine neue Ära vor dem Scouting-Laptop beim Dresdner SC an. In Zukunft wird der Deutsch-Schweizer Konstantin Bitter Teil des Trainerteams um Alexander Waibl sein.

Die Trainerfrage, wie in anderen Teamsportarten nach enttäuschenden Gesamtleistungen durchaus üblich und auch in DSC-Fankreisen diskutiert, wird der Vorstand nicht stellen. Das hat Volleyball-Chef Jörg Dittrich auf Nachfrage der SZ vor knapp einer Woche nochmals betont. „Wir sind kein Verein, bei dem einzelne Personen für ein großes Gesamtkonstrukt verantwortlich gemacht werden. Wir verstehen uns als Einheit. Und ja, wir machen dabei sicher auch Fehler“, betont der 49-Jährige. Auf der ersten Zusammenkunft im VIP-Raum betonte er: "Es wäre leichter, die Gesichter auszuwechseln, doch die Themen bleiben. Wir werden dem Druck, alles neu zu machen, nicht nachgeben. Wir setzen auf Kontinuität und machen weiter".

Fehler könnten bei der Zusammenstellung der Mannschaft vor der Saison durchaus unterlaufen sein. Dafür ist Alexander Waibl als Trainer hauptverantwortlich. Doch dem Team der Saison 2018/19 fehlte es an Typen, die sowohl Mannschaft als auch Publikum mitreißen, letztlich aber auch bei einigen am sportlichen Niveau. US-Libero Amanda Benson erlebte die beiden letzten Saisonspiele von draußen, für sie agierte die 22-jährige Michelle Petter durchaus mutig und gefällig. Benson wird keine Zukunft beim DSC haben, was wohl auch auf Angreiferin Maria Segura zutrifft. „Es hat uns ein Stück weit an Qualität gefehlt“, sagte Waibl. „Aachen war physischer und präsenter. Ich bin enttäuscht, keine Frage. Trotzdem ist das Aus ein bisschen ein Spiegel der Saison, weil es unsere Defizite offenbart hat“, konstatierte der Erfolgscoach. „Wir müssen an ein paar Stellschrauben drehen. Und das kann ich versprechen, nächstes Jahr werden wir wieder ums Halbfinale kämpfen“, sagte er.

Nationalspielerin Lena Stigrot kämpfte wie viele mit den Tränen. Ihr Fazit fällt bitter aus. „Wir haben es nicht geschafft, das sportliche Niveau zu erreichen, um eine Mannschaft wie Aachen zu schlagen. Es ist eine riesengroße Enttäuschung“, sagte sie. 

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