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Die gute Seele des Theaters

Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde Käte Altenkrüger ausgezeichnet. Die letzte Zeit war schwer für sie.

© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Meißen. Vielen Menschen in Meißen ist Käte Altenkrüger ein Begriff. Unzählige kennen die zart gebaute 85-Jährige mit dem weiß-grauen Haar und dem freundlichen Lächeln persönlich. Darunter sind nicht nur Theatergänger, die mit der Oberschließerin vertraut sind, sondern vor allem ältere Menschen, denen die gebürtige Schlesierin als engagiertes Mitglied in der Ortsgruppe Elbtalkreis-Meißen der Volkssolidarität seit 40 Jahren helfend zur Seite steht.

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Ob Ausflüge zu organisieren oder Abrechnungen zu erledigen sind, Altenkrüger wird nie langweilig, wie sie selbst sagt – auch nicht auf dem Neujahrsempfang der Stadt Meißen. Dort richtete Stadtmarketing-Chef Christian Friedel das Wort an die vierfache Urgroßmutter: „Seit 1964 sind Sie die gute Seele des Theaters und sorgen wie selbstverständlich für einen reibungslosen Ablauf im Besucherservice.“ In ihrer Tätigkeit als Oberschließerin habe die 85-Jährige mehr getan, als das Theater am Abend der Vorführung auf- und abzusperren. Für die großen und kleinen Malheurs bei Publikum oder Schauspielern habe Sie stets Ihren Notfallkoffer bereitgehalten. „Ob Heftpflaster, Hustentropfen, Strumpfhosen und Fusselrolle – auf Sie war und ist stets Verlass“, sagte Friedel.

Allen ein Vorbild

Deshalb überreichte er Käte Altenkrüger und vier weiteren Ehrenamtlichen einen Strauß Blumen und eine Vase aus Meissener Porzellan mit persönlicher Signatur. „Mit ihrem Engagement schenken Sie vielen Menschen Freude und Zuwendung – und das schon seit vielen Jahrzehnten. Damit sind Sie uns allen ein Vorbild geworden“, so Friedel abschließend. Ein Vorbild an lebensbejahender Kraft ist Altenkrüger auch in diesen Tagen. Denn die letzte Zeit war für sie nicht einfach. Im September 2015 erlitt sie einen Herzinfarkt – nachdem sie von einer Vorstellung im Theater nach Hause gekommen war.

Arbeit zu schwer

„Ich habe in diesem Moment schnell gemerkt, dass diese Schmerzen nichts Gutes bedeuten können“, sagt die Oberschließerin. Mit ihrer Nichte fährt sie ins Herzzentrum nach Dresden, wird nach drei Tagen entlassen und ist seitdem bei ihrem Hausarzt in Behandlung. „Es geht mir wieder recht gut. Aber ich muss nun etwas kürzer treten.“ Altenkrüger steht an den Aufführungsabenden nur am Einlass – und das nicht länger als 90 Minuten. Die Arbeit in der Garderobe ist zu schwer. „Das müssen jetzt andere machen“, sagt die freundliche Dame, die ihren Arbeitsweg von der Leipziger Straße runter zum Theater aber nach wie vor in den obligatorischen High Heels läuft. Nach und nach würde sie gerne wieder mehr arbeiten. Aber die Gesundheit gehe vor. Solange behilft sich Altenkrüger damit, ihre vielen Ordner mit Erinnerungsfotos zur Hand zu nehmen und sich an die ein oder andere witzige Begebenheit zu erinnern. Davon gab es viele – etwa als der Schauspiel-Star Axel Prahl das erste Mal im Theater Meißen zu Gast gewesen ist. „Er hat mich anfangs wie eine Statistin behandelt. Aber meine Kollegen haben ihm schnell klar gemacht, dass mein Wort hier Gewicht hat“, sagt Altenkrüger lächelnd.

Heute sei Prahl genauso Wolfgang Stumpf oder Tom Pauls ein guter Freund. Die Begegnungen mit ihnen und den Menschen im Theater hielten sie jung. Das wolle sie auch in Zukunft nicht missen, sagt die Ausgezeichnete.

In der nächsten Woche stellt die SZ die nächsten beiden der fünf von der Stadt ausgezeichneten Ehrenamtlichen genauer vor.