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Sport

Die Handball-WM als Durchgangsstation

In Japan wollen die deutschen Frauen das Ticket für Olympia 2020 in Tokio holen. Was sie über diese Herausforderung und den Titelkampf wissen sollten.

Bundestrainer Henk Groener spricht zu seinen Spielerinnen.
Bundestrainer Henk Groener spricht zu seinen Spielerinnen. © dpa/Philipp von Ditfurth

Am Samstag startet im japanischen Kumamoto die 24. Handball-Weltmeisterschaft der Frauen. „Die Vorbereitung war lang genug. Jetzt freuen wir uns, dass es endlich losgeht“, sagte die deutsche Kreisläuferin Julia Behnke nach der Ankunft der DHB-Auswahl im Spielort. Nach einem Fototermin am Bahnhof ging es direkt zum Training in die Halle. Der Countdown läuft, das Auftaktspiel gegen Brasilien am Samstag könnte bereits wegweisend sein. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen:

In welchem Modus wird gespielt?

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

In Japan geht es zurück zum Spielsystem von 2009: Die Vorrunde wird in vier Sechsergruppen ausgetragen. Die ersten drei Mannschaften jeder Gruppe ziehen in die Hauptrunde mit zwei Sechsergruppen ein. Die beiden bestplatzierten Mannschaften der Hauptrundengruppen erreichen das Halbfinale, die Drittplatzieren spielen um Rang 5, die Viertplatzierten um den siebten Platz. Die Medaillenspiele am 15. Dezember bilden den Abschluss der WM.

Wer sind die Favoriten?

Welt- und Europameister Frankreich startet als Topfavorit. Zudem wird Rekord-Europameister Norwegen hoch gehandelt. Auch Olympiasieger Russland und die Niederlande, die bei Großturnieren seit vier Jahren stets das Halbfinale erreichten, haben gute Chancen auf den großen Wurf und damit die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Was spricht für Deutschland?

Nicht viel. Zumindest nicht in Sachen Titel. Bundestrainer Henk Groener verfügt zweifelsfrei über ein talentiertes Team mit hoffnungsvollen Einzelspielerinnen wie Emily Bölk (21) oder Alicia Stolle (23). Die Mannschaft muss bei dem Turnier in Japan nun allerdings den nächsten Schritt machen. Vor allem in Stresssituationen wie zuletzt im Achtelfinale der Heim-WM (17:21 gegen Dänemark) oder den verlorenen Spielen der EM-Hauptrunde im vergangenen Jahr – als am Ende Platz 10 herauskam – gilt es, diesmal die Ruhe zu bewahren, um das große Ziel zu erreichen.

Wie lautet die Zielsetzung?

Platz sieben. Mindestens. Nur mit einem Platz unter den ersten sieben wahren Kapitänin Kim Naidzinavicius und Co. ihre Chance auf eines der begehrten Olympia-Tickets, die bei Qualifikationsturnieren im März vergeben werden. Allein das wird verdammt schwer, denn schon die Vorrundengruppe hat es in sich: Deutschland trifft am Samstag in Gruppe B auf Panamerikameister Brasilien, einen Tag später geht es gegen Außenseiter Australien. Die Handball-Großmacht Dänemark ist dann am 3. Dezember der Gegner, ehe es tags darauf zum Duell mit Frankreich kommt. Am 6. Dezember wird die Vorrunde dann gegen Asienmeister Südkorea abgeschlossen.

Wo sind die Spiele zu sehen?

Alle deutschen WM-Partien werden im Internet auf Sportdeutschland.tv zu sehen sein. Im Fernsehen wird es dagegen keine Live-Bilder aus Japan geben. (sid)