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Die Heizkosten steigen

Und zwar deutlich. Zumindest für alle, die mit Öl heizen. Schuld am hohen Ölpreis hat auch die lange Trockenheit.

© dpa

Von Dominique Bielmeier und Verena Toth

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Wer Auto fährt und deshalb immer mal einen Blick auf die Tankstellenpreise wirft, für den dürfte diese Entwicklung kaum überraschend kommen: Analog zu den Treibstoffpreisen steigen auch die Preise für Heizöl weiter. Wie der Deutsche Mieterbund informiert, sind im vergangenen Jahr in einer 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit Heizöl-Zentralheizung die Kosten im Schnitt um 85 Euro gestiegen – auf 750 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: In einer Wohnung mit Erdgasheizung sanken sie um 20 Euro auf 790 Euro. Bei Fernwärme waren es 895 Euro, 35 Euro weniger.

Diese Entwicklung werde sich voraussichtlich auch in diesem Jahr fortsetzen, prognostiziert der Mieterbund: Bewohner von ölbeheizten Häusern müssen aufgrund steigender Preise wahrscheinlich mit acht Prozent Mehrkosten rechnen. In Häusern mit Erdgas- und Fernwärmeheizung dürften die Kosten um etwa drei Prozent sinken. Damit würde das Heizen mit Öl seinen bisherigen Kostenvorteil verlieren und wieder teurer sein als das Heizen mit Erdgas.

„In Meißen ist das nicht anders“, sagt Eyk Schade vom Mieterverein Meißen und Umgebung. Im Landkreis würden zwar die meisten Mietwohnungen mit Gas und Fernwärme beheizt, die Teuerung beim Heizöl treffe aber viele Bewohner von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Grund für den Anstieg ist laut Schade „der Weltmarkt“.

Genauer erklären kann den Zusammenhang Thomas Müller, Prokurist und Vertriebsleiter bei der VARO Energy Direct GmbH in Meißen, vormals Mineralöl Schneider. Zwar sei der Rohölpreis an der Börse leicht gestiegen, was den Preis des Heizöls ohnehin angehoben hätte. Aber dass er nun doch so stark gestiegen ist, hat ganz konkrete Gründe, die auf deutschem Boden zu finden sind: die Explosion in der Bayernoil-Raffinerie im bayerischen Vohburg bei Ingolstadt Anfang September und der Brand in einer Raffinerie im brandenburgischen Schwedt Ende September. Beide Havarien hätten zu Versorgungsschwierigkeiten geführt, so Müller.

Hinzu komme die lange anhaltende Trockenheit, wodurch es auf der Rheinschiene zu Engpässen komme. „Wir sind vollumfänglich lieferfähig“, betont Müller, „haben aber schon von einigen Kollegen gehört, dass es da mau aussieht.“ Zum Beispiel in Leipzig seien Tankstellen schon leergelaufen. VARO Energy Direct beliefert im Landkreis knapp 11 000 Haushalte.

Besonders im Oktober hätten viele getankt, berichtet Müller. „Da hat es wirklich gebrummt, da sind wir fast mit 110 Prozent gefahren.“ Mittlerweile sind die Verbraucher zögerlicher und schauen erst einmal, wie der Preis sich weiter entwickelt.

Auch Carla Groß, Referatsleiterin Energie, Bauen und Wohnen beim Verbraucherschutz Sachsen, rät allen Verbrauchern, die Preisbewegungen ganz genau im Blick zu behalten. „Natürlich sollten die Kunden dann zuschlagen, wenn es günstig ist. In der Regel ist das außerhalb der Heizsaison.“ Aber auch die regelmäßige und gründliche Wartung der Heizungsanlagen helfe dabei, die Kosten so gering wie möglich zu halten. „Besonders auf energieeffiziente Heizungspumpen sollten die Verbraucher achten. Wer seine Heizung optimieren will und beispielsweise eine modernere Pumpe anschaffen möchte, kann dafür zudem Fördermittel beim Bundesamt für Wirtschaft beantragen“, rät Carla Groß.

Eine weitere Möglichkeit, sich künftig von den absehbar steigenden Ölpreisen unabhängig zu machen, sei eine Umrüstung der Heizung, zum Beispiel auf Pellets. Wer bereits einen Tank für das Heizöl auf seinem Grundstück hat, könne diese Fläche genausogut für die Lagerung von Pellets nutzen. „Grundsätzlich raten wir zum Umstieg, denn eine Ölheizung ist im Hinblick auf den Klimaschutz nicht mehr nachhaltig“, sagt Carla Groß. Wie der Preis sich weiter entwickeln wird, kann auch Vertriebsleiter Thomas Müller nicht vorhersagen. Fest stehe aber: „Immer zum günstigsten Preis zu kaufen – das schafft keiner.“

Verbraucher können im Internet kostenlos prüfen, wo sie mit ihren Heizkosten im Vergleich zu ähnlichen Haushalten stehen: www.heizspiegel.de