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Die Hitze und ihre Folgen

Trockenheit und Wärme stellen die Stadt vor Herausforderungen. Die Meißner Bürger können etwas für die Straßenbäume tun.

© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Innerhalb einer Woche ist der Elbpegel in Meißen noch mal um 15 Zentimeter gefallen, lag am Mittwochnachmittag bei 1,01 Meter. Damit ist der mittlere Niedrigwasser-Wert für die Domstadt um mehr als 20 Zentimeter unterschritten. Die anhaltende Hitze bei gleichzeitiger Trockenheit machen sich in der Stadt bemerkbar. Am Ufer der Altstadtseite sind Steine in einem Streifen von gut zwei Metern freigelegt. In dieser Form ein seltener Anblick. Die Elbwiesen sind an vielen Stellen gelb und verdörrt.

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Hitze und Trockenheit im Stadtgebiet Meißen Foto: Claudia HübschmannHONORARFREI FÜR SÄCHSISCHE ZEITUNG, Nutzung nur gegen Honorar, sowie Urhebernennung. Jegliche kommerzielle Nutzung ist Honorarpflichtig. Weitergabe an Dritte nur nach vorheriger Foto: Cla
Hitze und Trockenheit im Stadtgebiet Meißen Foto: Claudia HübschmannHONORARFREI FÜR SÄCHSISCHE ZEITUNG, Nutzung nur gegen Honorar, sowie Urhebernennung. Jegliche kommerzielle Nutzung ist Honorarpflichtig. Weitergabe an Dritte nur nach vorheriger Foto: Cla © Claudia Hübschmann
Der Bauhof wässert vielerorts das Stadtgrün. Trotzdem kommt es – wie an diesem Kreisverkehr in Cölln – zu Hitzestress.
Der Bauhof wässert vielerorts das Stadtgrün. Trotzdem kommt es – wie an diesem Kreisverkehr in Cölln – zu Hitzestress. © Claudia Hübschmann

Auch für die Pflanzen im öffentlichen Raum ist die anhaltende Trockenperiode existenzbedrohend, sagt Stadtsprecherin Katharina Reso. „Bei der Bewässerung durch die Stadtgärtnerei stehen derzeit frisch gepflanzte Blumen und die Straßenbäume, vor allem die Jungbäume im Fokus.“ Damit die Jungbäume an der Zaschendorfer Straße nicht geschädigt werden, musste die Stadt für deren Bewässerung sogar ein Fremdunternehmen hinzuziehen. Wie der städtische Bauhof mitteilt, wurden für junge Bäume seit Juni 16 000 Liter Wasser verbraucht, für Pflanzkübel und Flächen 20 400 Liter. Bewässert werden Straßenbegleitgrün und Parkanlagen. „In Meißen sind 64 Pflanzkübel sowie zusätzlich bepflanzte Flächen im Straßenbegleitgrün und in Parkanlagen zu betreuen“, gibt Reso bekannt. Unter anderem gehören hier Wettinstraße, Poststraße, Hahnemannsplatz, Gerbergasse, Hochuferstraße, Elbstraße, Ilschnerstraße, Zaschendorfer Straße, der Kreisverkehr Dresdner Straße, der Busbahnhof-Großenhainer Straße und die Fährmannstraße dazu. Trotz der Anstrengungen sind die Folgen von Trockenheit und Hitze an einigen Stellen deutlich zu sehen. Beispielsweise ist das Grün entlang der Talstraße zum Teil in Mitleidenschaft gezogen. „Im Herbst wird ein Rückschnitt veranlasst, dann wird ersichtlich, ob Folgeschäden durch die Hitze entstanden sind“, schaut Katharina Reso voraus.

Die jetzige Situation sei durchaus außergewöhnlich. Darum bittet die Stadt auch die Bürger um Unterstützung. „Straßenbäume haben es durch ihren eingeengten Lebensraum schwer.“

Kein Trinkwasserengpass befürchtet

Jeder sollte prüfen, ob angefallenes Grauwasser, also etwa Wasser vom Händewaschen, noch zum Bewässern verwendet werden könnte. So würden sich die Bauhof-Mitarbeiter freuen, wenn Bürger den Pflanzen vor ihrer Haustür etwas Wasser geben könnten. Wer zum Gießen jedoch vorhandenes Oberflächenwasser im Stadtgebiet nutzen will, benötigt grundsätzlich eine wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde. Derzeit ist die Entnahme generell verboten. „Momentan führen alle Gewässer im Stadtgebiet wenig Wasser. Das derzeitige Verbot der Unteren Wasserbehörde gilt selbstverständlich entsprechend auch für die Stadt Meißen“, erklärt Reso.

Ob sich die Meißner wegen der Dürreperiode auch Sorgen wegen knapp werdenenden Trinkwassers machen müssen, wollte die SZ von den Meißener Stadtwerken (MSW) wissen. Laut dem Prokurist beim MSW-Service Reimund Oppermann, gebe es derzeit keine drohenden Probleme mit der Trinkwasserversorgung im Stadtgebiet Meißen. „Die täglichen Füllstände der Hochbehälter sind normal. Von unserem Trinkwasserlieferanten, der Brockwitz-Rödern GmbH, gibt es keine Hinweise über bestehende oder zu erwartende Engpässe“, sagt er. Nichtsdestotrotz sei der bewusste und sparsame Umgang mit der wichtigen Ressource Trinkwasser für viele Bürger selbstverständlich. Trinkwasser habe schließlich seinen Preis. Zusätzliche Appelle oder gar Verbote haben die Stadtwerke aufgrund der allgemein guten Versorgungssituation nicht gestartet.

Ein höherer Wasserverbrauch pro Kunde konnte insbesondere in den Monaten Juni/Juli beobachtet werden. „Unseren Schätzungen nach ist der Verbrauch bei Haushalt- und Gewerbekunden um rund 20 Prozent höher“, erklärt Oppermann. In den nächsten Tagen müssen die Meißner laut Wetterprognosen weiter schwitzen. Vereinzelte Wärmegewitter sind am Freitag und am Wochenende möglich. In der kommenden Woche soll sich das vergleichsweise zu warme und trockene Wetter jedoch fortsetzen.

Wo sich dieser Tage die Schwitzhochburg der Stadt befindet, ist derweil nicht statistisch erfasst. Beispielsweise im Stadtarchiv am Kleinmarkt arbeitet Archivar Tom Lauerwald derzeit bei rund circa 26 Grad Raumtemperatur. In vielen Büroräumen der Stadt dürfte es zum Beginn der sprichwörtlichen Hundstage (bis 23. August) noch deutlich wärmer sein.