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Die höchsten Löhne in Radeberg

Wobei der OB mit Blick auf diese Zahlen dennoch zur Vorsicht mahnt.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

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Radeberg. Statistiken bieten ja mitunter wirklich spannende Zahlen. Überraschende noch dazu. Das gilt auch für einige aktuelle Zahlen aus Radeberg.

So ist die Einwohnerzahl zum Beispiel auf derzeit 18 752 gestiegen; das sind exakt 19 mehr als Anfang des vergangenen Jahres. Diese Zahl überrascht zwar nicht wirklich, weil sich Radeberg in den vergangenen Jahren ja durchaus den Ruf als wachsender Standort vor den Toren Dresdens erarbeitet hat. „Dennoch gilt auch für Radeberg, dass mit Blick auf die Demografie immer noch mehr Leute sterben als geboren werden“, sagt Radebergs Stadtsprecher Jürgen Wähnert. Heißt, die Zuzüge – zum Beispiel junger Familien aus dem nahen Dresden, die hier Häuser bauen – kompensieren dieses eigentliche Einwohner-Minus. Damit wächst die Bierstadt also weiter – obwohl die Statistiker in den Jahren nach der Wende ja mit eher düsteren Prognosen aufgewartet hatten. Deshalb war ja zum Beispiel auch das in den Wendejahren geplante und dann in den ersten Jahren nach 1989 gebaute Wohngebiet an der Richard-Wagner-Straße sozusagen nur zur Hälfte realisiert worden. Nun plant das städtische Wohnungsunternehmen Wohnbau Radeberg bekanntlich auf der frei gebliebenen Fläche ein neues Wohngebiet; erstmals seit der Wende auch mit mehrgeschossigen Neubauten.

Ob stolz auf die Zahlen

Interessant sind mit Blick auf den attraktiven Wohn- und Arbeitsstandort Radeberg auch Zahlen aus einer Untersuchung der Arbeitsagentur. Demnach hat Radeberg das höchste Lohnniveau im gesamten Landkreis. Durchschnittlich verdient man in Radeberg im Monat rund 89 Euro mehr als in Kamenz, 247 Euro mehr als in Bautzen und sogar 595 Euro mehr als in Bischofswerda. Kein Wunder, dass Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) diese Zahlen durchaus stolz auch während seiner jüngsten Rede zum Neujahrsempfang zitierte. Allerdings merkte er gewohnt launig zur Vorsicht; da es sich um Durchschnittszahlen handelt. „Legt man eine Hand auf eine heiße Herdplatte, die andere ins Tiefkühlfach, hat man eine angenehme Durchschnittstemperatur“, so Lemm.

Stolz kann Radeberg dabei auch auf eine weitere Zahl sein, die kürzlich für echtes Aufsehen gesorgt hatte. Radeberg ist seit einigen Monaten schuldenfrei; und damit hat die Stadt seit Anfang der 1990er Jahre immerhin einen Schuldenberg von rund 34 Millionen Euro abgebaut. Wobei nicht zu vergessen ist, dass ein nicht zu unterschätzender Anteil allein Zinsen an die Banken waren. 1997 war dabei das Spitzenjahr mit rund 2,7 Millionen Euro einzig für die Zinstilgung.