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Die Hoffnungsmacher singen weiter

Ehrenamtliche sammelten bei Leisniger Benefizgala bisher mehr als 100 000 Euro. Der Spendenzweck für 2017 steht fest.

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© André Braun

Von Heike Heisig

Leisnig. Es war ein bewegender Moment, als im Herbst 2012 in der Stadtkirche die erste Leisniger Benefizgala Zeichen setzte. In den Kirchenbänken hatten jene Platz genommen, die selbst von der verheerenden Flut in diesem Sommer betroffen waren. Jene, die mit geholfen haben, die Not zu lindern. Aber auch jene, die einfach etwas tun wollten, um Mitgefühl und Solidarität zu zeigen. Beinahe jedem standen im Laufe dieses Abends mindestens einmal die Tränen in den Augen. Sei es im Publikum oder auf der Bühne. Diese Benefizbühne in St.  Matthäi gibt es noch immer. Einmal im Herbst wird sie aufgebaut, das nächste Mal wieder am Sonnabend, 14. Oktober.

Inzwischen bekommen die meisten „nur noch“ bei bewegenden Titeln feuchte Augen. Ansonsten ist vieles geblieben: die Motivation, Zeichen der Hoffnung zu setzen und zu helfen. Denn schwierige Situationen müssen viele Leisniger auch sonst im Alltag noch bewältigen, nicht nur nach Naturkatastrophen wie dem Hochwasser 2002, das sich 2013 bereits wiederholte. Auch in jenem Jahr gab es keine Frage, dass die Einnahmen der Gala den Flutopfern zugute kommen sollen. In diesem und im ersten Jahr war die Spendenbereitschaft so groß wie nie zuvor. Doch auch jetzt sind die Initiatoren noch für jeden Euro dankbar, den sie für einen sozialen oder kulturellen Zweck wie in diesem Jahr bekommen.

Und sie sind – sicher berechtigterweise – stolz auf das Erreichte. „In den 15 Jahren, in denen wir die Gala jetzt organisieren, haben wir mehr als 100 000 Euro Spendengeld gesammelt“, sagt Hansjörg Oehmig. Der Arzt, inzwischen im Teilruhestand, ist damals mit seinen Söhnen Christopher und Sebastian auf die Idee gekommen, mit einer Benefizgala etwas für Leisniger Hochwasseropfer tun zu können. Die Drei singen gut, Oehmigs Söhne waren und sind Mitglieder in musikalischen Ensembles.

Zwei Wege der Hilfe

Zum einen unterstützt den Benefizgedanken, wer am 14. Oktober, 19.30Uhr, zur Gala in die Leisniger Stadtkirche kommt. Zum Eintritt von 7Euro kann am Ausgang noch ein beliebig hoher „Kulturbeitrag“ ins Spendensäckchen wandern.

Zum anderen ist es möglich, einen Geldbetrag auf das Spendenkonto bei der Stadtverwaltung Leisnig zu überweisen. Kennwort: Benefizkonzert, IBAN: DE96860554620034920001

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Die Leisniger kennen den Senior als singenden Mimen beim Altstadtfest-Theaterspiel und als charmanten Moderator der Gala oder der Faschingsabende. Manchmal lässt sich Hansjörg Oehmig auch nicht lange bitten, und stimmt am Benefizabend ein Lied an. Ob er das auch am 14. Oktober tut, darüber ist er sich noch nicht sicher. So wirklich im Mittelpunkt stehen, das will er nicht. Dafür schiebt er gern jene ins Rampenlicht, die ihre Karriere noch vor sich haben, die er als Talent schätzt.

Bei der Gala 2017 werden es die Road Brothers aus Clennen sein. Das Trio hat sich der Countrymusik verschrieben – einer heimlichen Liebe Oehmigs. Auf die Talente trifft er häufig durch Zufall bei Konzerten oder jemand teilt mit ihm seine Geheimtipps. So ist das Publikum schon manches Mal in den Genuss einer eigenen musikalischen Neuentdeckung gekommen.

Doch Oehmig ist auch Kontinuität wichtig. So kann er beispielsweise auf rund 25 große Firmen und auch kleinere Handwerksbetriebe oder Dienstleister aus Leisnig und der Umgebung zählen, die den Hilfsgedanken jedes Jahr zuverlässig mit einer Spende unterstützen. So kommen mittlerweile jedes Jahr Spenden zwischen 7 000 und 8 000 Euro zusammen. Um die 5 000 Euro werden für gewöhnlich „ausgeschüttet“. Mit dem „Rest“ werden Rechnungen von Bühnentechnik, Gema, für den Strom oder die Fahrtkosten für die Künstler beglichen.

Die Sänger treten an diesen Abenden ohne Gage auf. Das ist seit der ersten Gala so. So lange sind unter anderem schon die Mitglieder des Faszination-Musical-Ensembles dabei. Auch 2017 werden sie etwa mit den Showbiss-Ladys oder dem Ensemble Harmonix wieder auf der Bühne in Leisnig stehen.

Die Einnahmen des Abends im Oktober sollen diesmal dem Förderverein Kloster Buch zugute kommen. Der muss mit eigenen Einnahmen ein jahrhundertealtes Kulturgut erhalten und ein riesiges Gelände bewirtschaften. Ohne Unterstützung von vielen Seiten schafft er das nicht. Auch für die Galas danach hat Oehmig schon den einen oder anderen Begünstigten vor seinem geistigen Auge.

Neben einer Reihe von Flutopfern waren das in den zurückliegenden 15 Jahren unter anderem Tumorpatienten, die Besucher der Döbelner Tafel, behinderte Menschen, Integrativkinder und solche mit Aufmerksamkeitsdefiziten, die ökumenische Hospizhilfe und der örtliche Hospizverein, die Feuerwehr Leisnig, die Tierheime in der Region, der Verein Zwischenstopp und die Familie, deren Zuhause an der Colditzer Straße durch einen Brand zerstört worden ist.