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Die hohen Hürden für die freie Aussicht

Bad Schandau wünscht sich Erleichterungen im Regionalplan. Nicht nur, was den Einsatz von Sägen angeht.

© SZ/Gunnar Klehm

Von Gunnar Klehm

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Bad Schandau. Auf welchen Flächen soll künftig Natur und Landschaftsschutz Vorrang haben? Wo die Landwirtschaft? Wo können neue Wohngebiete entstehen? Auf diese Fragen muss der Regionalplan eine Antwort finden. Das Regelwerk, das als Grundlage für die Flächenplanung der Kommunen gilt, wird gerade überarbeitet. An vielen Stellen tun sich dabei Konflikte auf. In einer Stellungnahme hat die Stadt Bad Schandau aufgelistet, wo sie im Planentwurf Änderungsbedarf sieht.

Kulturlandschaft erhalten

Im Regionalplan werden Kulturlandschaftsschutzgebiete benannt. Die Stadt Bad Schandau hätte gern, dass dabei auch Gebiete um die Felsen des Großen Zschands betrachtet werden. Aufgrund der „sichtexponierten“ Lage im Elbtalbereich sei es wichtig, Sichtachsen und Sichtbeziehungen zu pflegen und freizuhalten. Diese Maßnahmen seien aber „immer wieder mit großem, verwaltungsbelastendem Aufwand verbunden“, kritisiert die Stadt in ihrer Stellungnahme.

Mehr Anlegestellen an der Elbe

Der Wassertourismus sollte damit unterstützt werden, indem mehr Einlass- und Anlegestellen für Boote eingerichtet werden dürfen. Bad Schandau verzeichnet eine steigende Nachfrage und würde dem gern gerecht werden. Wo Boote vom Trailer zu Wasser gelassen werden dürfen, kann die Stadt allein nicht entscheiden.

Zusätzliche Radwege

Die Stadt wünscht sich außerdem, dass bei Straßenbauvorhaben gleichzeitig straßenbegleitende Radwege integriert und berücksichtigt werden. Radfahrer würden damit weniger den Autoverkehr stören und wären selbst sicherer unterwegs. Das gelte nicht nur für den Radtourismus, sondern auch für den Alltagsradverkehr.

Elbwiesen freigeben

Zur oft zitierten Kulturlandschaft Sächsische Schweiz gehört aus Sicht Bad Schandaus aber auch, dass Kultur leichter auf den kommunalen Elbwiesen möglich ist. Innerhalb der Stadtgrenzen sollten die Wiesen ohne Einschränkung und separate naturschutzrechtliche Genehmigungen für „temporäre Events genutzt werden können“. Aufgrund der Topografie könnten größere Veranstaltungen auch kaum woanders stattfinden.

Neue Baugebiete

Mehr Freiräume fordert die Stadt bei der Ausweisung neuer Baugebiete. Es gäbe zwar in Deutschland den Trend, dass „die Vorteile des Lebens im ländlichen Raum wiederentdeckt“ würden. Doch wäre eine Entwicklung kaum möglich, weil die Stadt und ihre Ortsteile von Landschaftsschutzgebieten umringt sind. Hier wünscht sich die Stadt eine Vereinfachung des Verfahrens bei Verschiebung oder Ausgliederung. Welche Hinweise der Regionale Planungsverband aufnimmt, entscheidet die Verbandsversammlung, die aus Kommunalpolitikern besteht.