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Pirna

Die Insel bekommt Anschluss

Die Querung auf der S 172 liegt bisher im Niemandsland. Dafür gab es viel Spott und Kritik. Nun folgt eine Tat.

Selten nutzt jemand die Querungshilfe auf der S 172 in Heidenau. Das soll sich nun ändern.
Selten nutzt jemand die Querungshilfe auf der S 172 in Heidenau. Das soll sich nun ändern. © Daniel Schäfer

Alle lachen über sie und nur wenige nutzen sie: die Verkehrsinsel auf der S 172 in Heidenau zwischen Hammer- und Real-Markt. Sie ist nämlich im wahrsten Sinne des Wortes eine Insel, weil man auf der Hammer-Seite nicht zu ihr kommt. Das soll sich nun ändern und damit den Spöttern das Lachen vergehen.

125 Meter lang wird der Weg aus Richtung Feldweg am Hammer-Parkplatz vorbei und ein Stück neben der S 172 entlang sein. Hier können dann auch Kinderwagen geschoben und Räder gefahren werden. Das ist bisher aufgrund des Hanges kaum oder nur mit besonderen Anstrengungen möglich. Schon bei der Übergabe der Insel waren deshalb Sicherheits-Bedenken geäußert worden. Nicht nur deshalb ist es an dieser Stelle gefährlich – und zwar für Fußgänger wie Kraftfahrer. Fußgänger versuchen nämlich immer wieder, auch außerhalb der Insel die Straße zu überqueren.

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Die Insel war 2016 schnell gebaut worden. Damals im Zusammenhang mit der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im ehemaligen Praktiker-Baumarkt. In Höchstzeiten waren rund 700 Personen hier untergebracht. Es ging um deren Sicherheit und die der Autofahrer. Dass die Insel damals binnen weniger Wochen gebaut wurde, stieß auf etliche Kritik. Dauern doch sonst Bauvorhaben ihre Zeit.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die Idee mit der Querung war nämlich nicht neu. Schon vor 20 Jahren, beim Bau von Wertkauf (heute Real) und später Baumarkt Praktiker forderte die Stadt einen Überweg. Auch das Bad hätte sich gefreut. Damals parkten noch viele Badgäste am Wochenende auf dem Praktiker-Parkplatz, die dann auch über die vierspurige Straße liefen. Inzwischen können Badbesucher offiziell den Real-Platz nutzen.

Sogar eine Brücke über die Straße war damals im Gespräch. Geworden ist nie etwas. Irgendwann hatten sich die Heidenauer Kommunalpolitiker offenbar mit der Situation abgefunden, konnten sie selbst ja nichts bauen. Die Bundes- bzw. inzwischen Staatsstraße ist Sache des Freistaates. Zu Unrecht sah sich die Stadt deshalb immer wieder kritisiert. Auch deshalb hat sie sich nun hinter den Weg geklemmt. Der nämlich ist einzig und allein städtische Angelegenheit. Einige Wegerechtsstreitigkeiten hatten eine schnellere Lösung verhindert, sagt Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). Doch mit dem Verkauf des Grundstückes vom ehemaligen Praktiker sowie dem Hammer-Markt an das Möbelwerk kam man auch da zu Regelungen.

Der Bauausschuss des Heidenauer Stadtrates wird am Donnerstag über die Vergabe des Bauauftrages für den Insel-Anschluss beraten. Für 120 000 Euro soll er an die Strabag gehen. Im Sommer soll der Weg samt Beleuchtung gebaut und damit das Insel-Kapitel beendet werden.

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