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Die Jüngsten werden die Ersten sein

Nach den Winterferien wird das neue Evangelische Schulzentrum bezogen. Die Schüler dürfen sich auf ein modernes Haus freuen.

© Norbert Millauer

Von Mareike Huisinga

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Der Winter naht mit Eis und auf Kufen

Das Schlittschuhlaufen im FEZ “Hains“ ist ein herrlicher Spaß – egal ob als Eisprinzessin oder -prinz, mit Pirouetten drehen oder als blutiger Anfänger.

Pirna. Der Horterzieher räumt flink ein. Zuerst Mensch-ärgere-dich-nicht, dann folgen Hütchenspiel, Schach und schließlich zahlreiche kleinere Kartenspiele. Schnell geht er wieder in den Flur zurück, wo weitere große Kisten stehen, die auch noch alle ausgepackt werden müssen.

Die Flure sind bunt gestaltet.
Die Flure sind bunt gestaltet. © Norbert Millauer
Eine moderne Schulküche gibt es in der Einrichtung jetzt auch.
Eine moderne Schulküche gibt es in der Einrichtung jetzt auch. © Norbert Millauer
Das Herzstück des Evangelischen Schulzentrums ist das großzügige Foyer.
Das Herzstück des Evangelischen Schulzentrums ist das großzügige Foyer. © Norbert Millauer

Die Evangelische Grundschule und der Hort ziehen nach den Winterferien in das neue Evangelische Schulzentrum an der Rottwerndorfer Straße 52 ein. Noch werden die Mädchen und Jungen in der einstigen Schiller-Schule an der Nicolaistraße unterrichtet. Der Umzug liegt in den Endzügen. Nicht nur Erzieher und Lehrer packen an. Auch die Eltern sind am Start, betont Hedda Feron, Schulleiterin des Evangelischen Schulzentrums.

Am 26. Februar um 7.30 Uhr findet zunächst eine Andacht im Foyer statt. Danach erkunden die Grundschüler ihre neuen Räume. Vermutlich werden sie nicht enttäuscht sein. Die Horträume sind im Erdgeschoss, Grün ist hier die dominante Farbe. Es gibt unter anderem eine moderne Schulküche, ein Kreativzimmer und eine Bibliothek zum Fläzen.

In den oberen Stockwerken befinden sich die Klassenräume, die mit 70 Quadratmetern viel Platz bieten. Sie sind in den Farben Gelb, Orange und Weinrot gehalten und strahlen somit Wärme aus. „Raum muss die Pädagogik spiegeln“, erklärt Feron. Deshalb gibt es zwischen den Klassenzimmern jeweils einen Verbindungsraum. In diesem wird vorwiegend das Lernmaterial für den Unterricht aufbewahrt. Und da kommt allerhand zusammen, denn besonders die Erstklässler lernen durch sehen und anfassen, sagt Feron. „Begreifen kommt von greifen. Das nehmen wir sehr wörtlich und benötigen deshalb auch viele Materialien“, so die Schulleiterin. Die Klassenräume werden am Nachmittag genutzt, sowie umgekehrt die Horträume am Vormittag für den Schulbetrieb.

Auch das Außengelände lässt wenig Wünsche offen. Die Jungen und Mädchen können sich auf einen Fußballplatz freuen. Außerdem wird es ein Klettergerüst, einen großen Sandkasten und viel Freifläche mit Bäumen und Büschen geben.

Bereits im Vorfeld warf der neue Standort Fragen nach der Sicherheit auf. Deshalb wandten sich Schulleitung und Elternschaft an die Stadt, mit der Bitte, Tempo 30 vor der Schule auf der Rottwerndorfer Straße einzurichten. Die Stadt kam diesem Anliegen nach. Außerdem bekommen die Grundschüler Unterstützung von den Achtklässlern, die als Schülerlotsen beim Queren der Straße helfen. Die meisten Erst- und Zweitklässler sind Verkehrsanfänger und brauchen besonderen Schutz, erläutert Feron. Warnwesten wurden bereits an die achten Klassen ausgeteilt.

Derzeit besuchen 188 Mädchen und Jungen die Evangelische Grundschule. Der Hort wurde Anfang des Schuljahres 2016/2017 gegründet. Eine Erfolgsgeschichte: Damals startete man mit 48 Kindern, heute werden über 170 Grundschüler im Hort betreut. „Damit sind wir, meines Erachtens, eine der größten Einrichtungen in Pirna“, sagt Kathleen Cibelius, Bereichsleiterin der Evangelischen Grundschule und Hortleiterin.

Die Leitung setzt auf enge Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Erziehern. Die Kinder sollen Gemeinschaft leben und erleben. Und selbstverständlich seien die Eltern auch mit eingebunden.

Die Jüngsten werden die Ersten sein, die in das neue Schulzentrum einziehen. Im Sommer folgen dann die Mittelschüler und die Schüler des beruflichen Gymnasiums, die künftig in der Rottwerndorfer Straße 51 unterrichtet werden. Das neu errichtete Foyer verbindet die beiden einstigen Kasernen miteinander. Hier finden Veranstaltungen für alle statt, und der Trakt dient als Treffpunkt. „Das Schulzentrum stellt somit eine Einheit dar“, betont Hedda Feron. Ab dem neuen Schuljahr heißt die Mittelschule übrigens Oberschule. Die Genehmigung liegt bereits vor. „Wir warten bis zum Umzug mit der Umbenennung, dann ist alles aus einem Guss neu“, sagt Feron. Die Um- und Ausbauarbeiten der historischen Gebäude begannen im Frühsommer 2016. Das Projekt kostet rund elf Millionen Euro.

Allerdings verlief der Bau nicht ganz glatt. Ursprünglich sollten die Gebäude an der Rottwerndorfer Straße 51 und 52 bereits nach den Sommerferien 2017 bezogen werden. Unter anderem verzögerten Statikprobleme, die bei der Planung nicht erkennbar waren, die Baumaßnahme.