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Die Kastanien bleiben stehen

Das Landratsamt wollte am Kamenzer Gymnasium sechs große Kastanienbäume fällen lassen. Es gab großen Protest.

© Schumann

Von Annett Kschieschan

Das Thema hatte im vergangenen Jahr viele Kamenzer bewegt: Das Landratsamt wollte sechs stattliche, gesunde Kastanien auf dem Gelände an des Lessing-Gymnasiums beziehungsweise der Volkshochschule fällen lassen. Die Begründung: Die Bäume verschmutzen die angrenzende Sportanlage, seien ein potenzielles Sicherheitsrisiko für spielende Kinder und könnten überdies auch parkende Fahrzeuge beschädigen. Die Säuberung der Sportflächen koste die Kreisverwaltung im Jahr mehrere Tausend Euro, hieß es damals auf Anfrage. Geld, das sich der Kreis gern sparen wollte.

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Nun steht fest: Die Kastanien dürfen bleiben. Das bestätigte die Stadtverwaltung, nachdem die geplante Fällung in dieser Woche erneut Thema am SZ-Lesertelefon gewesen war. In Kamenz hatten die Pläne bereits im letzten Herbst eine Welle der Empörung ausgelöst. In den sozialen Netzwerken und in zahlreichen Leserbriefen an die SZ hatten Naturfreunde ihrem Unmut Luft gemacht und darauf gedrungen, die alten Kastanien zu schützen. Das Landratsamt hatte die Fällung infolge des massiven Protestes im Herbst zunächst ausgesetzt. Man wolle mit der Stadt weiter über das Thema verhandeln, hieß es seinerzeit.

„Die Stadt Kamenz hat den vom Landratsamt Bautzen vorgelegten Antrag zur Fällgenehmigung im Rahmen des normalen Verwaltungshandelns intensiv geprüft mit dem Ergebnis, dass die vom Landratsamt vorgebrachten Gründe nicht ausreichend sind für eine Zustimmung zur Fällung der Kastanien am Sportplatz des kreislichen Gymnasiums“, so Stadtsprecher Thomas Käppler. Daraufhin sei ein abschlägiger Bescheid erteilt und dem Landratsamt zugestellt worden.