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Sport

Die Kieler Handballer holen den Cup

Der Rekordmeister ist jetzt auch Rekord-Pokalsieger und dieser Erfolg für seinen Trainer Alfred Gislason besonders berührend.

Der THW Kiel feiert den elften Erfolg im DHB-Pokal. Trainer Alfred Gislason stemmt den Pott in die Höhe. © dpa/Axel Heimken

Hamburg. Alfred Gislason war komplett aus dem Häuschen. Mit ausgebreiteten Armen lief der sonst so beherrschte Isländer in die Fankurve und feierte mit dem Anhang des THW Kiel völlig losgelöst den elften Cup-Erfolg. Damit ist der deutsche Handball-Rekordmeister nun auch Rekord-DHB-Pokalgewinner. Das 28:24 (14:13) in einem packenden Finale gegen den SC Magdeburg bescherte dem scheidenden Trainer einen perfekten Abgang von der Pokalbühne.

„Es ist unbeschreiblich. Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs“, sagte er nach dem für ihn sechsten Cupgewinn bei seiner sechsten und letzten Teilnahme am prestigeträchtigen Finalturnier in Hamburg mit den Kielern. „Mir ist es unglaublich wichtig, den Titel zu holen. Es ist traurig, das nie wieder auf der Fläche zu erleben, sondern nur noch als Zuschauer. Wir werden diesen Moment genießen.“

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„Es ist etwas anderes, wenn es die Schüler von den Profis hören!“

Im Zentrum der ausgelassenen Kieler Party stand neben Gislason besonders Niklas Landin. Im Konfettiregen von Hamburg herzten der Trainer und seine Spieler immer wieder ihren Torhüter, der mit etlichen Paraden und vier gehaltenen Siebenmetern zum Matchwinner avancierte.

„Das war ein wunderschönes Spiel für uns“, sagte er. Der Titel habe für „diese junge Mannschaft viel Bedeutung“. Ein Abschiedsgeschenk für Gislason sei der Sieg nicht. „Wir haben noch viel vor in dieser Saison.“ Bester Werfer der Kieler, die im Halbfinale am Samstag die Füchse Berlin mit 24:22 besiegt hatten, war Harald Reinkind mit sechs Treffern.

Beim SC Magdeburg herrscht Frust

„Es fühlt sich super an. Ich bin glücklich, dass wir den ersten Pokal in dieser Saison gewonnen haben“, sagte er. „In dieser Mannschaft steckt unheimliches Potenzial. Wir müssen es nur schaffen, immer Konstanz zu bringen. Das wird die Aufgabe für die Zukunft sein.“ Weitere Titelchancen haben die Kieler mit ihrem Coach, der im Sommer nach elf Jahren beim THW eine Auszeit einlegt und anschließend eine Nationalmannschaft übernehmen will, in dieser Saison noch in der Meisterschaft als aktueller Tabellenzweiter und im EHF-Pokal.

Aufseiten des SC Magdeburg, der ausgerechnet im Pokalfinale seine erste Niederlage in diesem Kalenderjahr einstecken musste, herrschte derweil Frust. „Jetzt weiß ich auch, wie es sich anfühlt, enttäuscht zu sein. Das ist im Moment sehr traurig für uns“, sagte Trainer Bennet Wiegert.

Nur bis kurz nach der Pause durfte der SCM auf seinen dritten Pokal-Triumph nach 1996 und 2016 hoffen. Dann zog der THW davon. Auch Magdeburgs starker Däne Michael Damgaard konnte daran nichts ändern. Nach seinen 15 Toren im Halbfinale am Sonnabend beim 30:29 gegen die TSV Hannover-Burgdorf traf er am Sonntag sechsmal.

„Es wäre geil, wenn wir Gislason den Titel schenken würden. Er hat es einfach verdient“, hatte THW-Spielmacher Domagoj Duvnjak vor dem Endspiel angekündigt. Gislason hatte vor dem Duell gegen seinen ehemaligen Klub gesagt: „Es wäre ein Bonus, noch einmal den Pott mitzunehmen.“

Entsprechend engagiert gingen die Kieler von Beginn an zu Werke. Zur Pause führten sie vor 13 200 Zuschauern in der seit Monaten ausverkauften Barclaycard-Arena in Hamburg zwar nur knapp. Aber dann musste Wiegert, der als Spieler unter Gislason als Trainer zu gemeinsamen Magdeburger Zeiten 2002 noch die Champions League gewonnen hatte, mit ansehen, wie sein Team plötzlich völlig den Faden verlor. Beim 24:16 für die Kieler in der 44. Minute war die Partie praktisch entschieden. (sid)