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Die Kirche in Radeburg strahlt

Grund zur Freude. Pfarrer Andreas Kecke in der restaurierten Radeburger Kirche. Zum Festgottesdienst am Sonntag soll nicht nur der Abschluss der Innensanierung gewürdigt werden, sondern die gesamte Erneuerung der Kirche, einschließlich Dach, Fassade und A © Arvid Müller

Nach anderthalb Jahren wird die Sanierung abgeschlossen. Mit einem Festgottesdienst zur Wiederweihe am Sonntag.

Radeburg. Zweifelsohne: Die Radeburger haben ein bemerkenswert schönes Gotteshaus. Schon beim Betreten stellt sich ein frohes, leichtes, helles Gefühl ein. Das sich nur vorsichtig erahnen ließ, als vor wenigen Wochen noch das Gerüst stand und fast den ganzen Innenraum füllte. 

Von der Erneuerung vermittelte da der Altarbereich schon mal einen ersten Eindruck. Er war bereits fertig, die Gerüststangen und Platten entfernt. Mit frischen Farben versehen, auch die Decke – wie einst in Blau, mit Wolke, Strahlenkranz und wieder sichtbarer Taube. Der Fußboden neu gestaltet, mit Fliesen in zwei Gelbtönen.

Jetzt lässt sich das Gesamtergebnis der Renovierung betrachten. Der geflieste Gang durchs Kirchenschiff. Der Innenanstrich. Die aufgearbeiteten Holzverkleidungen, Türen, Bänke, Fußbodendielen.

Wie seine Kirche strahlt auch Pfarrer Andreas Kecke. Wo soll er anfangen, um alles zu nennen, was sich in den vergangenen Monaten hier verändert hat? Er zeigt auf das Licht unter und auf den Emporen. Ein Gemeindeglied hat die Messinglampen poliert. 

Zusammen mit dem großen Leuchter und den mehrarmigen Wandlampen verleihen sie dem Raum eine besondere Stimmung. Lassen die wiederhergestellte Inschrift über dem Altarraum „Das Wort unsers Gottes bleibt ewiglich“ noch eindringlicher wirken. Sie lenkt den Blick auch auf die Kantenfriese – ebenfalls angebracht nach altem Vorbild. 

Entsprechend dem Zustand zur Weihefeier im März 1899, als wesentliche Um- und Einbauten erfolgt waren. Auf diese Zeit habe man sich als Ausgangspunkt für die Restaurierung geeinigt, abgestimmt mit der Denkmalpflege. Damals war auch die Holzdecke eingebaut worden, die sich – durch die Restauratoren gereinigt –, vor allem im vorderen Bereich zeigt wie frisch bemalt.

Nur für den Fußboden gab es kein historisches Vorbild, sagt Pfarrer Kecke. Alles andere wurde nach dem überlieferten Zustand wiederhergestellt. Auch der Schalldeckel über der Kanzel. Er musste umfangreich behandelt werden. Eine der blattähnlichen Verzierungen war herausgefallen. Das von Würmern zerfressene Holz wurde verfestigt, ist nun wieder stabil.

Nicht zuletzt freut sich Andreas Kecke über die neue Tonanlage. Erstmals bewähren soll sie sich zum Festgottesdienst am Sonntag. Der wird jetzt intensiv vorbereitet. Noch haben Handwerker im Gotteshaus zu tun. Einer schraubt eine der hinteren Kirchenbänke fest. Der Maler ist ebenfalls gefragt, bevor sich am Sonntag die Türen zur Wiederweihe öffnen. Alle, die teilnehmen, wollen sich 9.40 Uhr auf dem Markt treffen, danach durch die Kirchgasse zur Kirche ziehen. 10 Uhr beginnt der Kirchweihgottesdienst mit Abendmahl.

Dann wird das gesamte Haus geweiht und in Dienst genommen. Eine allerdings wird nicht dabei sein: Die Orgel, sie befindet sich noch beim Orgelbau Jehmlich in Dresden. Wir rechnen im zeitigen Frühjahr mit dem Einbau, sagt Andreas Kecke. Dafür muss die Kirche allerdings nochmals gesperrt werden. Zum Gottesdienst am Sonntag übernehmen Posaunenchor und Elektroklavier die Begleitung.

Was die Innensanierung der Kirche kostet, kann der Pfarrer nicht genau sagen. Das bewege sich im geschätzten Rahmen, die endgültige Summe sei noch nicht bekannt. Die Kirchgemeinde freut sich weiterhin über jede Spende. Allein für die Orgel sind bisher 36 000 Euro eingegangen, mindestens 14 000 Euro sind noch nötig.

www.kirchgemeinde-radeburg.de