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Die Kleinen ganz groß

Im Elbetierpark Hebelei gibt es jede Menge Tiernachwuchs. Am Sonntag können nicht nur die Tiere besucht werden.

© Claudia Hübschmann

Von Jürgen Müller

Diera-Zehren. Große Aufregung im Skuddenschaf-Gehege. Schafbock Fritz, der seit 2009 hier in der Hebelei lebt, blökt unentwegt. Denn Tierparkchef Sven Näther hat gerade ein Lämmchen herausgeholt. Es ist eines der beiden vor kurzem geborenen Skuddenschaflämmer und derzeit eine der Attraktionen im Elbetierpark Hebelei. Fritz, der aus dem Wildpark Schorfheide nach Niederlommatzsch kam, hat wieder ganze Arbeit geleistet. Der Elbepark ist bekannt für die Zucht von Ostpreußischen Skudden. Sie gehören zu den ältesten Hausschafrassen und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen. „Schon zur Gründung des Tierparkes vor 45 Jahren wurden hier Schafe gehalten. Das Skuddenschaf ist deshalb auch das Wappentier des Elbeparks Hebelei“, sagt Sven Näther und zeigt auf das Wappen des Shirts, das er an hat. 1989 war der Elbetierpark sogar DDR-Sieger in der Skuddenschafzucht. In letzter Zeit war es etwas weniger geworden mit dem Nachwuchs. Als vor drei Jahren ein Weibchen aus Eisenhüttenstadt in die Hebelei kam, ging es wieder aufwärts mit der Zucht.

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Frisch geschlüpft: Zahlreiche Haushuhnküken sind derzeit im Elbetierpark Hebelei zu sehen.
Frisch geschlüpft: Zahlreiche Haushuhnküken sind derzeit im Elbetierpark Hebelei zu sehen. © Claudia Hübschmann
Großen Appetit: Das Sumpfbiberjunge lässt sich mit Mama bei strahlendem Sonnenschein die Möhren schmecken.
Großen Appetit: Das Sumpfbiberjunge lässt sich mit Mama bei strahlendem Sonnenschein die Möhren schmecken. © Claudia Hübschmann

Auch bei anderen Arten gibt es derzeit reichlich Nachwuchs. Außer den beiden Skudden erblickten im Tierpark in den vergangenen Tagen und Wochen unter anderem zwei Heidschnuckenschafe, drei Juan-Fernandez-Ziegen, zwei Ungarische Zackelschafe und ein Coburger Fuchsschaf das Licht der Welt. Hinzu kommen jede Menge Haushuhnküken, Zwergkaninchenbabys und kleine Sumpfbiber.

Der Tierparkchef hofft, dass der Nachwuchs und das schöne Wetter am Wochenende einen Besucherboom bringen. „Die bisherige Saison ist leider miserabel gelaufen. Vor allem in den Winterferien und auch am Ostersonntag kamen weit weniger Gäste als erhofft. Nur durch zahlreiche Geld, Futter- und Sachspenden sind wir über diese schwere Zeit gekommen. Dafür möchte ich allen Spendern herzlich danken“, sagt Sven Näther.

Am Sonntag kann nicht nur der Tierpark besucht werden, von 10 bis 16 Uhr findet auch wieder der Bauernmarkt in der Hebelei statt. Diesmal steht er unter dem Motto „Taglilienmarkt“. Die meisten Arten Taglilien stammen aus China und Ostasien. Insbesondere in China gibt es allein elf Arten, die nur dort vorkommen. In Europa sind die prachtvollen Stauden erst seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Inzwischen gibt es mehr als 80 000 verschiedene gezüchtete Sorten weltweit. Allein in den USA sind 38 000 Züchter für Taglilien registriert. Im Garten erweisen sich Taglilien als äußerst pflegeleicht und dankbar. Sie wachsen und blühen an fast jedem Standort zuverlässig und ohne großen Pflegeaufwand. Die ganz frühen Taglilien öffnen ihre Knospen bereits im Mai, die Hauptblüte liegt im Juli. Taglilien gibt es am Stand des Elbeparks zu kaufen. Der Erlös kommt den Tieren zugute.