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Die Kleinsten auf großer Tour

Eine Radtour mit Kindern? Funktioniert, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Wenn die Kraft nachlässt, einfach mal an Mama dranhängen. © Foto: Xavier Pasche

Manchmal müssen es eben Gummibärchen sein – wer mit Kindern radelt, kommt hin und wieder um Bestechungsversuche nicht herum. Und auch das ein oder andere Ablenkungsmanöver sollte vorher parat gelegt werden, falls der Nachwuchs gerade mal gar nicht begeistert ist von der Tour. Nichtsdestotrotz: Die Freude an der Fahrt zu wecken, ist die wichtigste Aufgabe der Erwachsenen. Diese zehn Dinge tragen zum Gelingen einer Radtour mit Kindern bei.

1. Das richtige Ziel

Herrscht Vorfreude auf die Tour, tritt es sich viel leichter in die Pedale. Das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene – und bei allen hilft dabei das richtige Ziel. Sätze wie, „wir fahren zum Spielplatz, zum Reiterhof, zum Badesee ...“, können wahre Wunder bewirken. Bei größeren Kindern sind es dann vielleicht eher die Berge, das Meer oder der Freizeitpark. Der Vorteil: Einen schönen Gasthof für die Eltern gibt’s fast überall.

2. Die richtige Strecke

Die Strecke darf nicht zu lang und muss abwechslungsreich sein. Auch wenn sich größere Kinder hinterher gern mit ihren Tageskilometern schmücken: Um sie erstmal zu erreichen, bedarf es einiger List. Die geeignete Strecke gehört dazu. Bergig darf zwar sein, stetig bergan führen aber nicht. Flussradwege sind für alle Altersgruppen eine gute Idee. Und wenn die Motivation dennoch sinkt, helfen kleine Spielchen oder Wetten: Wer ist als erstes am großen Baum da vorn? Und wie lange kann man im Stehen genau parallel fahren?

3. Die richtige Streckenlänge

Der Jüngste gibt den Ton an – die Route wird danach ausgerichtet, wie alt und fit der kleinste Radler ist.

Babys und Kleinkinder: Kinder, die noch zu klein sind, um allein zu fahren, werden für Radtouren in den Fahrradanhänger oder in ein spezielles Kindertransportfahrrad gesetzt, ein paar kleine Spielsachen schaffen Ablenkung – Achtung, dass sie nicht rauspurzeln. Mehr als anderthalb Stunde mit einem wachen Kind im Hänger sind nicht unbedingt zu empfehlen. Lieber eine Pause mehr einplanen.

Fahranfänger: Bei Kindern, die schon allein Fahrrad fahren können und wollen, aber auf Grund ihres Alters vielleicht noch nicht die Kondition für eine Radtour mitbringen, sollte man einen Anhänger oder eine Stange zum Ankoppeln des Kinderrads an das Bike des Erwachsenen mitnehmen. Tandemräder sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, das Kind je nach Bedarf kräftig selbst in die Pedale treten oder pausieren zu lassen. Häufige Pausen und viel Lob sind bei Fahranfängern besonders wichtig. Für Kindergartenkinder sollte die Tagestour nicht länger als 20 Kilometer sein, Grundschulkinder verkraften teilweise schon Etappen von 20 bis 50 Kilometern.

Größere Kinder: Bei älteren Kindern hat man eher das Problem mit der Motivation als mit der Kondition. Den Ehrgeiz weckt verlässlich ein eigener Tachometer. Sind mehrere Kinder dabei, können sie sich vergleichen. Anderenfalls kann versucht werden, das Tagespensum oder die Durchschnittsgeschwindigkeit im Vergleich zum Vortag zu toppen.

4. Die richtige Ausrüstung

Dass alle Bikes funktionstüchtig und verkehrssicher sein sollten, versteht sich von selbst. Werkzeug für den Notfall und Flickzeug gehören wie ein Erste-Hilfe-Set ins Gepäck. Das gleiche gilt für Radkarten. Kinder sollten bei der Bike-Tour unbedingt einen Fahrradhelm tragen. Mit Stolz getragene Modelle vermeiden Frust und Diskussionen. Kids sollten ihren Helm daher selbst wählen.

5. Sonnenschutz

Kinderhaut ist empfindlich und wird im Sommer am besten mit dünner langer Kleidung geschützt. Ideal: Leichte Mützen, die unter dem Helm getragen werden können und einen verlängerte Nacken- und Ohrenschutz besitzen. Ausreichend Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor ersetzen diese natürlich dennoch nicht

6. Regenschutz

Atmungsaktiv und trotzdem wind- und wasserdicht – das ist die beste Kleidung. Lange Regenhosen mit seitlichen Öffnungen können bei Bedarf schnell übergezogen werden und überdecken bestenfalls auch die Schuhe. Für alle Fälle dennoch an trockene und wärmende Wechselsachen denken.

7. Proviant

Alle 30 Minuten sollten Kinder auf der Radtour etwas trinken. Ideal ist Wasser, rund zwei Liter pro Person oder nachfüllbare Flaschen mitnehmen. Gegen Unterzuckerung helfen Traubenzucker, Energieriegel, Bananen, Kekse, Schokolade, Gummibärchen oder eine Cola. Ansonsten sollte der Proviant leicht und fettarm sein: Brote, Obst und Gemüse. Als Picknick verpackt macht die Pause gleich nochmal so viel Spaß.

8. Wenn’s länger dauert…

Bei mehrtägigen Touren sollte das jeweilige Tagesziel mit Kindern nicht zu spät, auf keinen Fall erst im Dunkeln erreicht werden. Lieber am Morgen beizeiten starten, mehrere Pausen einlegen und am Nachmittag wieder das Quartier für die Nacht beziehen.

9. Spielzeug

Spielzeug muss nicht mit auf Tour, das Lieblings-Kuscheltier dagegen schon. Je nach Alter des Kindes ist es schließlich ein vollwertiger Reiseteilnehmer. Gespielt wird unterwegs mit allem, was die Natur so bietet. Gute Radkarten weisen Waldspielplätze und Badestellen aus. Wer vor dem Zubettgehen noch ein Spiel spielen oder Buch vorlesen will, sollte den Gepäcktransport auf dem Rad bedenken. Bei einer Radtour mit Kindern kommt einiges zusammen. Ein Fahrradanhänger kann hilfreich sein, Fahrradtaschen für alle Bikes der größeren Familienmitglieder lohnen in jedem Fall. In vielen Regionen wird auch ein Koffertransport von Hotel zu Hotel angeboten.

10. Nichts muss…

Kommt alles anders als gedacht, durch Krankheit, einen Sturz, dauerhaft schlechtes Wetter oder anhaltende Konditionsschwäche, sollte die Biketour mit Kindern unbedingt unter- oder abgebrochen werden. Ehrgeiz ist ein schlechter Berater und verleidet den Kindern die nächste Tour mit dem Rad. Dann startet nämlich alles neu, wozu es Vorfreude braucht.