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Die Königin an der Werkbank

Hübsch geschminkt und frisiert. So kennen die Roßweiner ihre Schulfestkönigin. Im Alltag muss Saskia Grolp zupacken können.

Saskia Grolp ist eine der wenigen weiblichen Azubis, die den Beruf des Feinwerkmechanikers lernen. In der Firma Beyer Maschinenbau in Roßwein absolviert sie derzeit ihr drittes Lehrjahr. © Dietmar Thomas

Roßwein. Hauptsächlich sind es repräsentative Aufgaben, die Saskia Grolp in ihrer Funktion als Schulfestkönigin erfüllt. „Ich vertrete die Stadt, bin bei den Neujahrsempfängen oder beim sogenannten Neubürgerempfang dabei.“ Auch bei Geburtstagen älterer Bürger tritt sie, zumeist an der Seite des Bürgermeisters, auf. 

Vergangenes Jahr hat sie erstmals beim Weihnachtsmarkt bei der traditionellen Glühweinverkostung mitgewirkt. Dass ihr die Aufgaben Spaß machen, steht außer Frage. „Klar, sonst hätte ich mich ja gar nicht erst für das Amt beworben“, sagt die 19-Jährige. 

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Das blaue Kleid, das sie bei ihrer Wahl im Sommer 2015 trug, hängt noch in ihrem Schrank. „Es passt auch noch“, sagt Saskia und lacht. Hin und wieder zieht sie es bei festlichen Anlässen an. „Es ist schon ein besonderes Kleidungsstück für mich“, so die Roßweinerin. 

Die Halbzeit ihrer fünfjährigen Amtsperiode hat Saskia längst überschritten. Noch ein reichliches Jahr, dann steht eine Neuwahl an. Beim Schul- und Heimatfest im Jahr 2020 reicht sie die Königinnen-Schärpe an ihre Nachfolgerin weiter. Doch erst müssen Kandidatinnen für das Amt gefunden werden.

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Saskia hat es nicht bereut, sich an der Wahl zur Schulfestkönigin beteiligt zu haben. „Ich würde es immer wieder so machen“, sagt das hübsche Mädchen mit den derzeit rot gefärbten Haaren. „Ich habe viele Leute kennengelernt, zu denen ich jetzt noch guten Kontakt habe.“ 

Eine enge Freundschaft entstand zum Beispiel zu ihrer damaligen Mitbewerberin Samantha Großmann. Aber auch mit ihrer Vorgängerin Carolin Leonhardt, die mit den Bewerberinnen die Choreografien für die Auftritte erarbeitete, verstehe sie sich gut.

In ihrer Freizeit ist Saskia Grolp gerne kreativ. Sie bastelt Origami. Doch das ist nicht alles. Aus Bausätzen mit winzigen Metallteilen stellt sie kleine Modelle her. Die Titanic hat sie schon gebaut und einen kleinen Oldtimer. „Da muss ich mit Lupe und Pinzette arbeiten. Aber es macht mir riesigen Spaß“, sagt die 19-Jährige. 

Als Schulfestkönigin übernimmt Saskia Grolp vor allem repräsentative Aufgaben - so wie hier beim Neujahrsempfang der Stadt.  © Dietmar Thomas

Ihre Liebe zu feingliedrigen Arbeit mit Metall entdeckte sie bereits während der Berufsorientierung in der Oberschule. Aus Draht stellte sie eine kleine Schaukel her und einen Menschen, der darauf sitzt. Schon damals war für sie der Gedanke nicht abwegig, einmal beruflich in diese Richtung zu gehen.

 Den Ausschlag gab aber ein Stammgast, der oft im Hotel „Stadt Leipzig“, das ihren Eltern gehört, übernachtete. „Als Programmierer für Roboter war er für die Firma Beyer Maschinenbau tätig und hat mir gezeigt, wie das funktioniert und mich auch einmal mit in die Firma genommen. Das fand ich total spannend.“ Damals sei sie vielleicht zwölf Jahre oder sogar jünger gewesen. Aber die Eindrücke hätten sie nicht wieder losgelassen.

So kam sie zu ihrem Ausbildungsplatz in dem Roßweiner Maschinenbau-Unternehmen Beyer. Dort wird sie mittlerweile im dritten Lehrjahr zum Feinwerkmechaniker Zerspanungstechnik ausgebildet. Dass es sich dabei um eine Männerdomäne handelt, stört die Roßweinerin nicht. 

„Hin und wieder kommt schon mal ein Spruch von den Kollegen, aber da stehe ich drüber“, sagt sie und lacht. „Ich könnte es mir nicht vorstellen, in einem Frauenbetrieb zu arbeiten.“ Saskias Ausbilder Enrico Hahn ist mit der Arbeit der 19-Jährigen sehr zufrieden. „Ich betreue zurzeit vier Lehrlinge. Da steht Saskia ihren männlichen Kollegen in nichts nach“, sagt er. 

An ihre Grenzen stößt sie manchmal, wenn die Teile, die sie bearbeiten muss, sehr schwer sind. „Aber auch da weiß sie sich zu helfen“, so Enrico Hahn. Und Saskia Grolp ergänzt: „Manchmal ist es von Vorteil, kleinere Hände zu haben. So komme ich an einige Dinge besser heran.“

Wie es nach ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung weitergeht, weiß sie noch nicht hundertprozentig. „Ich plane, das Fachabitur abzulegen, eventuell im Bereich Programmierung“, sagt Saskia. Erst einmal will sie aber demnächst in der Roßweiner Oberschule vorsprechen, um Werbung zu machen – für die Wahl der Schulfestkönigin im kommenden Jahr.

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