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Die Krone der Unfähigkeit

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der gesellschaftlichen Wende gibt es immer noch große Gebäude in der Stadt, die leer stehen und mehr oder weniger verfallen. Darüber ärgert sich SZ-Lokalredakteur Udo Lemke

© Claudia Hübschmann

Es ist immer dasselbe Spiel: Da verfällt ein Haus, ein Gebäudekomplex in der Stadt und die Verwaltung erklärt, sie könne nichts dagegen tun, da es sich um Privatbesitz handelt. Andere Städte gehen sehr wohl gegen Spekulanten und Häusersammler vor.

Außerdem scheint die Verwaltung in Meißen nicht aus schief gelaufenen Verkäufen gelernt zu haben. Schon als der „Hambi“ für lächerliche 75 000 Euro verhökert wurde, gab es Stimmen im Stadtrat, die erklärten, dass die Stadt hätte mitbieten sollen, um später Einfluss auf die Zukunft des Großrestaurants nehmen zu können. Nun muss sie zusehen, wie der „Hambi“ verfällt.

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Und warum verzichtet die Stadt bei der alten Druckerei auf ihr Vorkaufsrecht? Die Seeg könnte den Komplex übernehmen selbst sanieren oder mit Gewinn weiter verkaufen und dann Sanierungsauflagen erteilen, so wie es im Falle der Jahnhalle ja auch mit der Bürgerstiftung gemacht wird. So bleibt wieder nur, zuzusehen und zu hoffen, dass der Käufer was aus der alten Druckerei macht. Vielleicht haben wir ja bald das nächste Spekulationsobjekt vor der Nase – direkt am frisch sanierten Theaterplatz.

Die Krone der Unfähigkeit ist allerdings die Fährmannstraße. Hier hat die Stadt Häuser gekauft, um sie abreißen oder wissentlich verfallen zu lassen, statt sie mit Investitions- und Sanierungsauflagen zu verkaufen.

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