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Die leere Schwimmhülle

Bei der Hallensanierung am Freiberger Platz ist Halbzeit. Neue Fenster erinnern an die bekannte Fassade.

© Ronald Bonß

Von Juliane Richter

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Tausende Metallstangen und -stützen, überall Gerüste, Durchzug. Die alte Schwimmhalle am Freiberger Platz gleicht einer leeren Hülle und lässt derzeit
keinerlei Badewünsche aufkommen. Es ist Halbzeit bei der Sanierung des denkmalgeschützten Baus aus den 1960er-Jahren. Der Badebetrieb findet seit Ende 2016 nur im angrenzenden Neubau statt. Die Wasserspringer nutzen ihre ebenfalls benachbarte Halle.

Die 3000 Quadratmeter große Dachfläche wurde bereits statisch verstärkt, bald soll die neue Wärmedämmung folgen. © Ronald Bonß
Handwerker haben vor Kurzem begonnen, die neuen Fensterscheiben an der Front zur Freiberger Straße einzusetzen. © Ronald Bonß

Trotz eisiger Temperaturen haben Handwerker vor Kurzem begonnen, die großflächigen, neuen Fensterscheiben an der Front zur Freiberger Straße einzusetzen. Wenn es bald wieder wärmer wird, werden die Fugen mit feinen Messingprofilen verschlossen. Optisch wird die Fassade dann wieder ganz an den Anblick vor der Sanierung erinnern. Bis dahin wird laut Projektsteuerer Karl-Heinz Anger noch einige Zeit vergehen, weil die Minusgrade zuletzt den Bau etwas ausgebremst haben. „In etwa zweieinhalb Monaten wollen wir dann aber mit dem Rohbau fertig sein“, sagt Anger. Dann werden sich die Arbeiter auch wieder dem markanten geschwungenen Dach zuwenden. Die Konstruktion hatte sich 2015 plötzlich als Schwachstelle des historischen Gebäudes erwiesen, weil sich in der Wärmedämmung Feuchtigkeit gesammelt hat. Rund 3,2 Millionen Euro mehr fielen durch die unvorhergesehenen Arbeiten am Dach an. Mittlerweile wurde die 3 000 Quadratmeter große Fläche bereits statisch verstärkt. Demnächst soll die neue Wärmedämmung folgen. Laut eines Gutachtens hält das Dach dann mindestens weitere 40 Jahre.

Das Herzstück der Schwimmhalle, das neue Edelstahlbecken, wird erst im Herbst in Einzelteilen angeliefert und vor Ort verschweißt. Zuvor müssen jedoch sämtliche Leitungen und technischen Anlagen, die für den Wasserkreislauf notwendig sind, eingebaut werden. Bäderchef Matthias Waurick geht mittlerweile von einem Eröffnungstermin im Frühjahr 2019 aus. Auf einen genauen Monat möchte er sich nicht mehr festlegen. Ursprünglich sollte die alte Halle bereits Ende 2017 fertig sein – dann kamen die Dachprobleme dazwischen.

Umgeplant wurde auch noch an anderer Stelle, allerdings freiwillig. Die Stadt, welche noch die Planungen des ganzen Schwimmkomplexes gemacht hatte, wollte eine Saunakabine im Keller. Als die Bäder GmbH gegründet wurde, ließ Waurick stattdessen eine 600 Quadratmeter große Sauna auf das Dach des neuen Foyers planen. Die Decke über dem Foyer entsteht gerade. In wenigen Wochen beginnen dann die ersten Arbeiten an der Sauna. An deren Dimensionen hält der Bäderchef fest. Dass der Bedarf da ist, zeige die schon nach wenigen Monaten sehr gut besuchte neue Sauna im Georg-Arnhold-Bad. Monatlich kommen bisher rund 4 500 Saunagäste.

Am Freiberger Platz dürften dann auch viele der Sport- und Vereinsschwimmer zu den Nutzern zählen. Im angrenzenden Neubau haben sie derzeit acht 50-Meter-Bahnen zur Verfügung. Nach der Sanierung kommen die bekannten acht 50-Meter-Bahnen im Altbau hinzu. Wie dann Schul-, Freizeit- und Vereinsschwimmer im Gesamtkomplex verteilt werden, steht noch nicht fest. Die neue Halle soll aber nicht allein den Vereinen vorbehalten sein. Allerdings werden dort alle Wettkämpfe stattfinden, weil der Neubau dafür zertifiziert ist und 400 Zuschauer auf der Tribüne Platz haben. Die Tribüne in der alten Halle wird auch wieder hergerichtet, ist dann aus Brandschutzgründen aber nur noch für 100 Personen zugelassen .

Beide Hallen und auch die Springerhalle verbindet künftig ein großzügiges, fast 80 Meter langes Foyer. Und auch der neu gestaltete Eingangsbereich am Freiberger Platz wurde von den städtischen Planern damals überaus großzügig bemessen. Rund 100 Meter ist der Treppenaufgang zum Eingangsbereich breit. Waurick spricht scherzhaft von „unserer Brühlschen Terrasse“. Seine Variante soll aber zwei Rampen bekommen, für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen.