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Die letzte ihrer Art

An der Tankstelle in Gebersbach gibt es noch eine Zapfsäule für Gemisch-Kraftstoff. Doch auch ihr droht das Aus.

© Dietmar Thomas

Von Frank Korn

Waldheim. Für Emily, Lilly und Paul ist es einfach Kult, ein Moped der Marke Simson S51 zu fahren. Ein Modell, das noch aus DDR-Zeiten stammt und nach der Wende auch nicht mehr gebaut wurde. Dennoch gibt es noch viele dieser Zweitakter, die mit einem Gemisch-Kraftstoff betrieben wird. In der damaligen DDR wurde aufgrund des großen Bestandes an mischungsgeschmierten Zweitaktfahrzeugen flächendeckend ein Zweitaktgemisch im Verhältnis 1:33 beziehungsweise 1:50 angeboten. Mit dem Aussterben der Zweitakter wurde das Angebot zunehmend ausgedünnt.

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Die letzte Zapfsäule für Gemisch-Kraftstoff in der Region ist an der Tankstelle in Gebersbach zu finden. Allerdings droht auch ihr das Aus. Der Agrarbetrieb, zu dem die Tankstelle gehört, wollte sich über die Zukunft der Säule nicht äußern. Nach Informationen, die dem DA vorliegen, soll es wohl keine Ersatzteile mehr für diese Art von Zapfsäulen geben. Ein weiterer Grund soll sein, dass die Zulassung ausläuft, und es zu aufwendig wird, diese zu verlängern.

Dennoch ist die Vorliebe der Jugendlichen für die Simson ungebrochen. „Es macht einfach Spaß, solch ein Moped zu fahren“, sagt Emily. Sie hat wie ihre beiden Freunde im Internet nach einem solchen Gefährt gesucht. „Wir haben es von einem Bastler im Erzgebirge gekauft“, ergänzt Emilys Vater Mike Mittmann. Dass die Zapfsäule in Gebersbach bald verschwinden könnte, bedauert er. „In dieser Hinsicht haben wir es etwas bequemer gehabt“, so der Vater. Es sei aber auch kein Problem, den Kraftstoff selbst zu mischen. Entweder stelle man die Mischung im Verhältnis 1:50 in einem Kanister her oder gebe das Getriebeöl beim Tanken dazu.

Simson S51

Die Simson S51 ist ein vom VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ in Suhl unter dem Markennamen Simson zwischen 1980 und 1989 hergestelltes Mokick.

Mit über 1,6 Millionen produzierten Fahrzeugen ist die S50/S51-Reihe das meistgebaute Kleinkraftrad Deutschlands.

Durch die große Verbreitung des S51 existiert auch heute noch ein großer Markt inklusive Herstellung von Ersatz- und Tuningteilen.

Quelle: Wikipedia

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Auch die Beschaffung von Einzelteilen für die Simson S51 ist offenbar kein Problem. Im Internet gibt es viele Anbieter. Doch auch Händler in der näheren Umgebung bieten Ersatzteile zu fairen Preisen an, weiß Mike Mittmann. Und falls die Simson doch einmal in die Werkstatt muss, dann ist auch das in der Region möglich. Sascha Weirauch vom gleichnamigen Autohandel in Waldheim hat vor allem während der Sommermonate ein bis zwei Simson in seiner Werkstatt zur Reparatur. Auch er hat festgestellt, dass die Mopeds bei den Jugendlichen sehr beliebt sind. „Fahrbereite Simson bekommt man für etwa 1 500 Euro“, weiß der Fachmann. Habe man allerdings ein Moped aufgetrieben, das erst restauriert werden muss, dann könne das durchaus auch mehr kosten, sagt Weirauch.

Für viele Käufer spielt auch die Geschwindigkeit eine Rolle. Die Simson S51 kann in Deutschland trotz der Höchstgeschwindigkeit von Stundenkilometer als Kleinkraftrad mit einem Versicherungskennzeichen zulassungsfrei gefahren werden. Nach DDR-Recht waren Kleinkrafträder auf 60 km/h begrenzt, entsprechend der Übergangsregelung gilt dieses Recht weiterhin für Fahrzeuge, die bis zum 28. Februar 1992 erstmals zugelassen wurden.