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Die letzten Mauern

Döbeln hat die Liste der Hochwasserschäden nach fünf Jahren fast abgearbeitet. Nicht alles hat geklappt.

© Jens Hoyer

Von Jens Hoyer

Döbeln. Die Summe ist gewaltig: Nach dem Hochwasser 2013 sind auf dem Gebiet der Stadt Döbeln rund 16 Millionen Euro in die Reparatur der Schäden geflossen. Döbeln hatte 90 Einzelvorhaben auf der Liste für die Schadensbeseitigung stehen, das damals noch eigenständige Mochau über 20. Die meisten davon sind abgeschlossen, wenige sind in Abarbeitung. Und ein besonders großes Vorhaben hat die Stadt ganz fallengelassen.

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„Wir sind fast fertig“, meint Baudezernent Thomas Hanns. Nur noch sechs Vorhaben auf der Liste sind abzuarbeiten. Eines sieht jeder, der auf der Ritterstraße unterwegs ist. An der Staupitzmühle lässt die Stadt ein Stück der Mauer des Mühlgrabens erneuern. Bis spätestens zum Stadtfest im Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Ein anderes Bauvorhaben wird eher den Wanderfreunden auffallen. Döbeln lässt zusammen mit Roßwein Wege im Zweiniger Grund instandsetzen. Der Neubau des Hauptweges ist schon im vorigen Jahr fast abgeschlossen worden, in diesem Jahr ist noch ein Seitenweg in Richtung des ehemaligen Wildgeheges in Hermsdorf an der Reihe.

Bis Mitte 2019 hat die Stadt noch Zeit, die Bauvorhaben zu beenden, bis Ende 2019 sind sie abzurechnen, sagte Thomas Hanns. Die Verwaltung wird das schaffen. Die Brücke an der Mühle in Wöllsdorf muss bis dahin neu gebaut werden. Die sollte eigentlich schon saniert sein, allerdings hatte sich der Zustand als so schlecht herausgestellt, dass nun der Abriss und Neubau erfolgen muss. „Das Planungsbüro hatte bisher noch keine Zeit, die Brücke zu entwerfen“, sagte Bauamtsleiter Erik Brendler. Jetzt seien aber die Baugrunduntersuchungen abgeschlossen, der Brückenbau soll von Juli bis November erfolgen.

Auch ein paar kleinere Vorhaben stehen noch auf der Liste. So sind noch kleinere Arbeiten an der Niederbrücke in Döbeln vorgesehen. Auch ein Durchlass des Solgebaches in Choren soll noch für rund 100 000 Euro saniert werden.

Allerdings sind nicht alle Pläne der Stadt aufgegangen. Eines der größten Vorhaben auf der Liste kann nicht umgesetzt werden. Die Stadt wollte im Bärental eine Regenrückhaltung für den Bärentalbach bauen. Dort gab es in der Vergangenheit mehrere kleine Becken. Insgesamt waren dafür rund 1,1  Millionen Euro aus den Fonds zur Hochwasserschadensbeseitigung vorgesehen. Umgesetzt wurde nur ein kleiner Teil: nämlich die Sanierung der Verrohrung des Bärentalbachs in der Bärentalstraße. Vom Bau zweier kleiner Rückhaltebecken hat die Stadt Abstand genommen. Der Grund: Die bürokratischen Hürden sind zu groß. „Wir werden es nicht schaffen, das Vorhaben rechtzeitig genehmigt zu bekommen“, sagte Bauamtsleiter Erik Brendler. Möglicherweise wäre sogar ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren notwendig. Aufwand und Nutzen würden dann in keinem Verhältnis stehen.

Die Überschwemmungsgefahr durch den Bärentalbach sei ohnehin sehr zurückgegangen. Die Stadt hatte in den vergangenen Jahren schon umfangreich die Verrohrung instandsetzen und in der Bärentalstraße ein Rückhaltesystem einbauen lassen. „Seitdem hat es keine Überflutungen in der Waldheimer Straße mehr gegeben“, sagte Brendler. Der Bärentalbach fließt zusammen mit dem Beulebach in den Bürgergartenteich und mündet an der Friedrichstraße in der Mulde.

Neben den städtischen Vorhaben zur Schadensbeseitigung sind auch Sanierungsarbeiten am Abwassernetz der AZV Döbeln-Jahnatal, am Stadtbad und an verschiedenen vereinseigenen Sportanlagen aus dem Programm zur Hochwasserschadensbeseitigung bezahlt worden. „Wir sind sehr froh, dass wir das Programm hatten“, sagte Thomas Hanns. „Die Zusammenarbeit mit der Fördermittelstelle verlief sehr unkompliziert.“ Erik Brendler sprach auch den Mitarbeitern der Stadtverwaltung ein Lob aus, die in den vergangenen fünf Jahren eine Menge Mehrarbeit zu bewältigen hatten.