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„Die Leute waren geschockt“

Die Polizei sucht nach den Organisatoren des Neonazi-Aufmarschs in Mittweida.

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Mittweida. Nach dem unangemeldeten Neonazi-Aufmarsch in Mittweida vom vergangenen Sonnabend sucht die Polizei nach den Organisatoren. Dazu würden unter anderem die während der Demonstration verteilten Handzettel untersucht, sagte eine Polizeisprecherin gestern. Nach Worten des Mittweidaer Bürgermeisters, Matthias Damm (CDU), lassen die angegebenen Internet-Adressen auf eine Neonazi-Organisation aus der Lausitz schließen. Die Polizei wollte dies mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bestätigen.

Keine Zeit zu reagieren

Rund 150 bis 200 Neonazis hatten am Sonnabend die Bergparade in Mittweida gestört (die SZ berichtete). Nach Angaben der Polizei waren die Rechtsextremen aus dem etwa 100 Kilometer entfernten Bautzen angereist. Dort war ein geplanter Aufmarsch der Rechten verboten worden, der parallel zum Bürgerfest der „Jungen Linken“ und „Antifa-Jugend“ stattfinden sollte. In der Mittweidaer Innenstadt demonstrierten die Neonazis rund eine halbe Stunde lang. Zeitgleich mit dem Eintreffen der Polizei beendeten sie ihre Aktion.

Der Bürgermeister war Zeuge: „Die Leute am Straßenrand reagierten geschockt.“ Es sei alles ganz schnell gegangen, „wir hatten keine Zeit, irgendwie zu reagieren“, sagte Damm. Er befürchtet, dass Mittweida zum Symbol der rechten Szene werden könnte. Es sei die erste Neonazi-Demo in der Stadt gewesen, die von außerhalb organisiert wurde. „Das ist eine Situation, die wir lösen müssen.“ (dpa)