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Die Linke ist Sachsens reichste Partei

Die CDU liegt auf Rang zwei. Und sie ist die einzige Partei, die Großspenden aus der sächsischen Wirtschaft bekommt.

© Symbolfoto: Imago

Von Ulrich Wolf

Dresden. Mit einem Vermögen von rund 2,2 Millionen Euro nach Abzug aller Schulden ist die Linke die reichste sächsische Partei. Das gilt zumindest für 2014, wie aus dem Anfang April veröffentlichten Rechenschaftsbericht der im Bundestag vertretenen Parteien hervorgeht.

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Sachsens Linke lagen damit auch innerhalb der gesamten sozialistischen Partei weit vorne. Nur die Brandenburger Genossen hatten mit 2,4 Millionen Euro ein etwas größeres Vermögen. Die Linken in Rheinland-Pfalz hingegen kamen 2014 auf gerade einmal 2 000 Euro. Ähnlich vermögend wie die Linke war in Sachsen vor zwei Jahren nur noch die CDU. Abzüglich aller Verbindlichkeiten blieben den Christdemokraten 2,1 Millionen Euro. Zu ihrem Besitz gehört auch eine Immobilie in Freiberg. Die sächsischen Grünen kamen auf ein Reinvermögen von 450 000 Euro, die Sachsen-SPD auf gar nur 370 000 Euro.

Aus dem Rechenschaftsbericht geht weiter hervor, dass die sächsische Wirtschaft für Spenden von mehr als 10 000 Euro nur einen Adressaten kannte: die CDU. Insgesamt flossen acht Großspenden von sächsischen Unternehmen und Unternehmern an die Christdemokraten. Das meiste Geld spendierten der Chemnitzer Maschinenbauer Niles-Simmons und dessen Eigentümer Hans-Jürgen Naumann: 66 000 Euro. Weitere fünfstellige Spenden flossen etwa vom Unternehmer Preiss-Daimler aus Wilsdruff sowie von Sachsenmilch und dem Klinikum Döbeln.

Unter dem Strich ließen alle Parteien 2014 finanziell Federn. Der Grund dafür waren die Ausgaben für die Landtagswahl. Die CDU steckte 3,6 Millionen Euro in den Wahlkampf, SPD und Linke gerade einmal die Hälfte davon. Die Grünen investierten 600 000 Euro. Die Finanzierungen für ein Kalenderjahr sind nicht mit dem langfristigen Vermögen zu verwechseln.

Auf der Einnahmeseite lag 2014 die CDU mit 5,8 Millionen Euro ganz vorn, gut eine Million davon kam vom Staat. Auf Rang zwei lag die Linke. Sie nahm 3,8 Millionen Euro ein. Mit 2,3 Millionen Euro ist Sachsens SPD ebenfalls ein Einnahmenmillionär. Die Grünen knackten in Sachsen die Millionengrenze nicht und blieben bei 800 000 Euro hängen.

Zu den Einnahmen der Parteien zählen auch Beiträge, die Mandatsträger leisten. Bei der sächsischen CDU zahlten der jetzige Fraktionschef Frank Kupfer sowie die Abgeordneten Jörg Kiesewetter und Volker Tiefensee die höchsten Beiträge. Den Abgaberekord unter den sächsischen Mandatsträgern hielt 2014 jedoch die grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar mit 20 200 Euro. Bundesinnenminister Thomas de Maizière zahlte 4 000 Euro weniger.