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Die Lücke verschwindet

Haus und Grundstück in der südlichen Bahnhofstraße in Radebeul sind nach jahrelangem Angebot jetzt verkauft. Was draus wird.

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© Arvid Müller

Von Peter Redlich

Radebeul. Zum Weinfest, zum Weihnachtsmarkt und auch immer wieder zwischendurch fragten sich Radebeuler und Besucher: Wann wird endlich diese Lücke in der Bahnhofstraße geschlossen. Wenige Meter um die Ecke schmückt sich Radebeul mit dem schönsten Dorfanger im Kreis. Nur an dieser Stelle wucherte das Unkraut, wird ein Bauzaun immer wieder mit wild aufgehängten Plakaten geziert.

Das soll jetzt bald vorbei sein. Ein großes grün-weißes Schild des Immobilienmaklers ist von rot-weißer Schrift überschrieben – verkauft! Es stimmt, es ist jetzt wirklich verkauft worden, bestätigt Evelyn Scholz aus dem Büro von Beck & Holz Immobilien. Der Käufer wolle aber vorerst im Hintergrund bleiben und sein Projekt vorantreiben. Auch über den Kaufpreis herrscht Stillschweigen. Zuletzt war von einer niedrigen sechsstelligen Summe die Rede, mit der der Besitzer das Gebäude links von der Baulücke sowie das Grundstück angeboten hatte.

Anbau ist geplant

Die SZ kam dennoch mit dem Käufer ins Gespräch. Der Unternehmer aus Dresden bestätigte seine Bauabsichten. Ja, er habe beides erworben. Das sanierungsbedürftige zweigeschossige Haus mit der Nummer wolle er modernisieren. Für das Gebäude sei nach rechts – auf dem freien Grundstück – ein Anbau geplant. Erste Überlegungen gehen davon aus, so der neue Besitzer, dass auch ein Teil des Grundstückes für Stellplätze genutzt werden soll.

Im Erdgeschoss sollen in dem dann neuen größeren Gebäude Gewerbeflächen, wie etwa Läden, eingerichtet werden. Dies sei in Fortsetzung der Bahnhofstraßenzeile ohnehin so vorgesehen, sagt der Investor. Über den Gewerbeflächen seien Wohnungen geplant, wie jetzt auch. Seine Absicht ist es, so der Käufer der Immobilie, im nächsten Jahr zügig die Baugenehmigung zu beantragen und möglichst auch noch 2016 mit dem Bauen zu beginnen.

Stellplätze wären nicht schlecht

Im Radebeuler Rathaus ist der Amtsleiter der Bauaufsicht, Ulrich Schröder, von der guten Nachricht überrascht. Er stimme mit der Absicht des künftigen Bauherren überein, sagt Schröder. Hier sollte die geschlossene Bauweise fortgesetzt werden. Allerdings habe er auch nichts einzuwenden, wenn einige Stellplätze entstehen würden. Der Amtsleiter: „Diese Stelle in der Bahnhofstraße ist ja wie eine Zahnlücke, die endlich mal repariert werden müsste. Ich bin gespannt auf die Planung des neuen Besitzers.“

Genauso wie die umliegenden Gewerbetreibenden und Anwohner. „Das sieht ja jetzt richtig hässlich aus“, sagt Seyit Ahmet Karahat, der direkt gegenüber seinen Imbiss „La Grotta“ betreibt. Schön finde er es, wenn jetzt hier einer bauen will. Schließlich sei dass das einzige Haus in Altkötzschenbroda in diesem traurigen Zustand.

Sylvia Wachtel, Betreiberin vom Bekleidungsgeschäft an der Ecke Bahnhofstraße, Altkötzschenbroda sagt, dass sie auch von Touristen immer wieder angesprochen werde, warum denn hier nichts geschehe. „Um die Ecke alles schön und dann plötzlich diese Lücke. Gut, dass das einer anpackt.“

„Das ist der Schandfleck in unserer Straße. An dieser Stelle tut jede Veränderung zum jetzigen Zustand gut“, sagt Jens Weinert vom Eisenwarengeschäft Lindner. Und mit „endlich und grandios, gut für die Bahnhofstraße“ begrüßt Gert Hofmann vom Geschäft „Telefonjoker“ die Ankündigung. Oben Büros oder Wohnungen und unten Geschäfte, die die Bahnhofstraße weiter beleben, das sei genau das Richtige für die Lücke, sagt Diana Veres in ihrem Schuh- und Bekleidungsgeschäft an der südlichen Bahnhofstraße. Wann geht es denn los?, wollen alle wissen. Der Investor will es im Frühjahr verraten.