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Mietkosten sind Hauptproblem

Das Sozialkaufhaus in Bischofswerda steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Doch viele helfen. Das macht Leiter René Gürth Mut.

© Rocci Klein

Bischofswerda. Das Sozialkaufhaus will eigentlich anderen helfen, doch es hat selbst finanzielle Sorgen. Darauf machte sein Leiter René Gürth erst vor wenigen Monaten aufmerksam. Die soziale Einrichtung des Demokratischen Frauenbundes hat seitdem viel Unterstützung bekommen. Erst vor wenigen Wochen spendeten die Handwerker, die das Schiebock-Haus an der Kamenzer Straße saniert haben.

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Wenn es in den Innenstädten nach gebrannten Mandeln riecht, die Tage kürzer und die Abende länger werden, dann steht die Weihnachtszeit vor der Tür.

Herr Gürth, das Sozialkaufhaus hat in der Vergangenheit einige Zuwendungen bekommen. Zuletzt die große von 1 300 Euro. Wie gehen Sie damit um?

Jeder Euro hilft uns. Egal, ob einer zehn oder 150 Euro gibt. Schließlich haben wir als Sozialkaufhaus große Probleme, die Kosten zu tragen. Eine größere Summe wie diese hilft uns aber natürlich ein ganzes Stück weiter. So steigt die Chance, dass wir länger durchhalten können. Wir wollen das Geld für die Miete verwenden und hoffen so, die Gesamtkosten in der Schiebock-Passage weiterhin stemmen zu können.

Die Mietkosten sind seit einigen Monaten ein Problem für das Sozialkaufhaus.

Ja, die Mietkosten sind unser Hauptproblem. Wir zahlen 1 500 Euro im Monat und die müssen durch unsere Arbeit reinkommen. Wir verkaufen gespendete Möbel, Geräte und Kleidung an bedürftige Menschen und müssen daher besonders die Preise im Blick behalten. Dazu kommen die Nebenkosten, die anfallen. Wir haben zudem noch einen Transporter abzuzahlen.

Wie sieht die Situation des Sozialkaufhauses zurzeit aus?

Wir sind gerade so hingekommen zum Jahresende. Wir warten allerdings noch auf die genaue Abrechnung. Die grobe Übersicht geht erst mal von plus minus 0 aus.

Das ist erst einmal auch ein Verdienst der vielen Spender. Sie hatten im vergangenen Herbst Alarm geschlagen, im Stadtrat und auch öffentlich.

Einige haben uns seitdem unterstützt. Die Spenden der Handwerker war die bisher letzte große Summe. Das ist nicht zu vergelten. Wir können nur immer versuchen, unser Dankeschön rüberzubringen. Und zu versuchen, selbst unseren Beitrag zu bringen. Zum Beispiel, indem wir auch mal eine Kita unterstützen.

Wie wird es jetzt mit dem Sozialkaufhaus weitergehen? Werden Sie das Gespräch mit dem Vermieter suchen?

Das gestaltet sich sehr schwierig. Die Eingangstür in der Passage ist seit Anfang Dezember kaputt, aber bisher hat sie noch keiner repariert. Wir sind froh, dass wir die Außentür noch haben. Doch wenn diese bei den Temperaturen geöffnet wird, steigen auch die Heizkosten.Wir sind eine soziale Einrichtung, für uns ist das viel Geld.

Das Sozialkaufhaus wird also auch in Zukunft auf finanzielle Zuwendungen angewiesen sein?

Wir haben den großen Vorteil, dass uns die Wohnungswirtschaft- und Bau GmbH (WuB) unterstützt. Sie hat die Aktion ins Leben gerufen, die Handwerker haben gespendet. Wir wollen eine Dankeschön-Tafel ins Kaufhaus hängen, um etwas zurückzugeben. Vier Firmen geben regelmäßig etwas für unseren Transporter. Es wird auch in Zukunft nur mithilfe der Stadt oder Sponsoren gehen. Der Zuspruch zeigt ja auch, dass man uns weiter braucht. Wir hatten im vergangenen Jahr 1 600 Kunden mehr als noch im Jahr zuvor.

Gespräch: Nicole Preuß

Bankverbindung Sozialkaufhaus Bischofswerda: IBAN: DE81 8555 0000 1099 98, BIC: SOLADES1BAT, Kreissparkasse Bautzen.