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Die moderne Seite der Fichte-Schule

Die Grundschule in Bautzen hat einen lange geforderten Anbau bekommen – und einen wiederentdeckten Wandschmuck.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

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Bautzen. Auf den ersten Blick ist die Veränderung gar nicht gleich zu sehen. Von vorn präsentiert sich das altehrwürdige Gebäude der Bautzener Fichte-Schule wie eh und je. Doch zwischen Turnhalle und Schulhaus lugt ein schicker Neubau hervor. Und wer mit aufs Schulgelände darf, bekommt ihn von der anderen Seite aus auch in voller Größe zu sehen. Drei Hortgruppen haben in dem zweistöckigen Gebäude mit den großen Fenstern und der rötlichen Verkleidung künftig ihre Zimmer. Der Speiseraum bietet 75 Kindern gleichzeitig Platz – und einen schönen Ausblick ins Grüne.

Noch sind die Stühle hochgestellt. Erst nach den Winterferien wird hier zum ersten Mal das Mittagessen ausgeteilt. Statt Essensbehälter werden dieser Tage unzählige Kisten und Möbel ins Schulhaus und den Neubau getragen. „Puppenstube, Kaufmannsladen, Lego-Kisten“ steht unter anderem an einem der neuen Hortzimmer. An jeder Tür klebt solch ein Zettel, damit alles an seinen Platz kommt. Der Umzug ist in vollem Gange. „Wir liegen gut im Plan“, sagt Schulleiterin Martina Carl, die mit ihren Kolleginnen und den 196 Schülern zurzeit noch in der ehemaligen Gagarin-Schule am Vorstau im Stadtteil Gesundbrunnen ein und aus geht. Seit Herbst 2016 waren sie im Ausweichquartier. Aber in gut drei Wochen ist es endlich soweit: Am ersten Schultag nach den Winterferien nehmen sie ihre Fichte-Schule wieder in Besitz.

Keine einfache Baustelle

Dann atmet auch Astrid Mickisch auf. Schon jetzt freut sie sich, wenn sie die Räume zeigen kann. „Es war keine einfache Baustelle“, sagt die Mitarbeiterin im städtischen Bauamt. Immer wieder gab es neue Hiobsbotschaften. Schon der Start war etwas holprig. Nach dem Beginn mit dem Neubau ging es nicht nahtlos im Schulhaus weiter, weil sich der Umzug der Fichte-Schüler ins Ausweichquartier verzögerte. Denn dort waren zu diesem Zeitpunkt noch die Schüler aus der Curie-Schule untergebracht, die erst später als geplant in ihre sanierte Schule zurückkonnten. In der Fichte-Schule habe sich dann erst nach dem Öffnen der Decken im Altbau herausgestellt, dass diese den Brandschutzbestimmungen nicht mehr entsprachen und deshalb komplett ausgetauscht werden mussten. Das kostete zusätzlich Zeit und Geld. So war der geplante Fertigstellungstermin im Sommer nicht mehr zu halten. Schließlich verursachte auch noch ein Starkregen, der mitten in den Arbeiten am Außengelände den frischen Mutterboden wegspülte, einen Schaden in sechsstelliger Höhe.

Doch von all diesen Schwierigkeiten ist jetzt nichts mehr zu sehen. Stattdessen vermittelt eine gemalte Blumenkante im gesamten Treppenhaus des Altbaus Leichtigkeit. Auf Anraten des Denkmalschutzes waren Spuren der früheren Wandgestaltung gesucht und auch gefunden worden. Ein Bautzener Malermeister hat nach diesem Vorbild die Bemalung schließlich wieder hergestellt. Ganz anders als noch vor einigen Monaten sieht es jetzt auch im Keller aus. „Das war ein richtiges Loch“, sagt Astrid Mickisch. Jetzt gehen von einem hellen Gang Abstellräume unter anderem fürs Archiv und für Spielgeräte ab. Aus dem früheren Speiseraum wurde ein modern ausgestatteter Werkraum. Im Erdgeschoss, wo früher an alten Bänken gewerkelt wurde, ist jetzt ein Hortraum. Vier Klassenzimmer werden aber nach wie vor nach Schulschluss auch für den Hort genutzt.

Separate Gardarobenräume

Das Hauptaugenmerk galt im Schulhaus dem Brandschutz. So wurden Stahlbetondecken und rauchdichte Türen eingebaut und eine Holztreppe, die als zweiter Fluchtweg dient, durch eine feuerfeste Ausführung ersetzt. Künftig werden auch keine Jacken mehr in den Fluren hängen, sondern in separaten Garderobenräumen.

Begeisterung wird bei den Kindern sicher das neuerdings komplett eingezäunte Außengelände hervorrufen. Aus dem in Richtung Seidau abfallenden Gelände neben der Schule ist eine tolle Spielfläche mit Rutsche und Kletterelementen geworden, und neben dem Neubau gibt es ein Trampolin. Rund 3,6 Millionen Euro haben die Bauarbeiten gekostet.

Derweil steht in Bautzen schon die nächste Millionen-Investition für Kinder an: die neue Kita am Schützenplatz. Der Bau soll bald beginnen. Auch den wird Astrid Mickisch begleiten.