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Bautzen

Die Multitalente aus dem Zahn-Labor

Die Firma KL-Dental stellt in Bautzen seit drei Jahrzehnten Zahnersatz her – mit handwerklichem Geschick und modernster Technik.

Zahntechnikerin Dorit Schmidt ist eine von 36 Mitarbeitern der Firma KL-Dental in Bautzen. Sie ist seit 30 Jahren am Markt.
Zahntechnikerin Dorit Schmidt ist eine von 36 Mitarbeitern der Firma KL-Dental in Bautzen. Sie ist seit 30 Jahren am Markt. © Carmen Schumann

Bautzen. Wenn die eigenen Zähne den Dienst versagen, muss Ersatz her – Zahnersatz. Für die „Dritten“ gibt es heutzutage viele Möglichkeiten, abhängig von der Konstitution des Patienten und dessen Geldbeutel. Der wichtigste Partner des Zahnarztes sind dabei Dentallabore, wo die Brücken, Implantate oder ganze Gebisse fachmännisch hergestellt werden.

Die im Bautzener Ärztehaus an der Töpferstraße 17 angesiedelte Firma KL-Dental feiert im 30. Jahr der Wiedervereinigung ebenfalls ihr 30. Jubiläum. Das Labor wurde damals jedoch nicht vom Punkt Null aus dem Boden gestampft, sondern ist aus einer Abteilung der Bautzener Poliklinik hervorgegangen. Durch einen glücklichen Zufall fand sich damals der Investor Dr. Wolfgang Koch aus Herne, der das Risiko der Privatisierung auf sich nahm. Deshalb heißt die Firma auch KL-Dental. Hinter dem K verbirgt sich der Name Koch und hinter dem L der Name Lastowsky. Gisela Lastowsky hatte das Labor bereits vor der Wende geleitet und ist im Jahr 2000 in Rente gegangen.

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Die Anfangsjahre seien sehr spannend gewesen, sagt Martina Fleischer, die zusammen mit Renate Neumann und Angela Richter den „harten Kern“ der Mitarbeiterinnen der ersten Stunde bildet. Voller Stolz können die drei berichten, dass in den zurückliegenden drei Jahrzehnten insgesamt neun Meister ausgebildet wurden, die dann jeweils ihre eigenen zahntechnischen Labore eröffnet haben. KL-Dental ist somit gewissermaßen eine Keimzelle der Zahntechnik in Bautzen.

Und auch die meisten der momentan 36 in Bautzen tätigen Mitarbeiter sind hier als Lehrlinge ausgebildet worden. Prokurist Dr. Thomas Bernstein kennt die Zahlen: „Jedes Jahr wurden zwei bis drei Lehrlinge ausgebildet, momentan sind es sogar fünf“, sagt er. Außenstellen gibt es zudem in Dresden mit zwölf und in Delitzsch mit sieben Mitarbeitern.

Berufsbild stark gewandelt

In den zurückliegenden 30 Jahren hat sich das Berufsbild des Zahntechnikers stark gewandelt, sagt Laborleiterin Renate Neumann. War es anfangs eher handwerklich geprägt, kommt heute viel modernste Technik zum Einsatz. So sei zum Beispiel der PC nicht mehr wegzudenken, und auch 3-D-Drucker kommen zum Einsatz. Wenn Patienten die Abdruckmasse, mit der die Zahnstellung abgenommen wird, nicht vertragen, kann das Innere des Mundes heutzutage auch abgescannt werden. „Wir waren immer sehr innovativ“, ist Renate Neumann stolz. So sei man eines der ersten Fachlabore für Implantologie in den neuen Bundesländern gewesen.

Nachdem die Räume im fünften Stock des Ärztehauses wegen all der neuen Technik immer mehr aus allen Nähten platzten, erfolgte 2009 die Hinzunahme von weiteren Räumlichkeiten, in denen jetzt unter anderem die Räume für den Publikumsverkehr und Büroräume untergebracht sind. Aktuell beliefert KL-Dental reichlich 100 Zahnärzte in Bautzen und Umgebung.

Renate Neumann ist nach all den Jahren immer noch begeistert von ihrem Beruf. Ein Zahntechniker müsse ein Multitalent sein. Neben handwerklichem Geschick müsse er ein gutes ästhetisches Empfinden mitbringen und natürlich auch von Anatomie und Werkstoffkunde etwas verstehen. Gerade was Letzteres betrifft, sei es spannend, mit den heutigen neuartigen Werkstoffen arbeiten zu können.

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