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Die nächste Kugel, bitte

Gurt und Ösi-Schnalle haben wieder für Nachwuchs gesorgt. Das junge Kugelgürteltier soll sich Anfang April entrollen.

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© Norbert Millauer

Von Juliane Richter

Sobald Olaf Lohnitz den Deckel der Holzkiste öffnet, liegen zwei lebende Kugeln vor ihm. Eine ist so groß wie eine Honigmelone und heißt Ösi-Schnalle. Liebevoll weisen die Pfleger mit dem Namen auf die Herkunft des weiblichen Kugelgürteltiers hin, das einmal aus Österreich in den Dresdner Zoo kam. Neben der Ösi-Schnalle liegt wiederum eine Kugel, die bald so groß wie ein Baseball sein wird.

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Am 23. Februar ist der Nachwuchs zur Welt gekommen. Wirklich entrollt hat ihn Revierleiter Olaf Lohnitz noch nicht gesehen, weil sich die Tiere stets schutzsuchend zur Kugel verwandeln. „Noch ist der Panzer des Jungtiers aber nicht wirklich hart. Er fühlt sich eher wie Leder an“, sagt Lohnitz. Erst nach etwa sechs Wochen ist der Panzer gestärkt und das Jungtier so weit, dass es die mütterliche Höhle – in dem Fall die Holzkiste – verlassen kann. Wie schon bei den Jungtieren in den Vorjahren wird auch dieses kleine Kugelgürteltier seinen Vater vorerst nicht kennenlernen. Zu groß wäre die Gefahr, dass Männchen Gurt seinen Nachwuchs einfach auffrisst. „In der freien Natur treffen sich die Tiere nur zur Paarung, und dann geht wieder jeder seinen Weg“, sagt Zookurator Matthias Hendel. Er hofft, dass sich der Nachwuchs dieses Mal als Weibchen entpuppt. Dann nämlich wäre es leichter, es an einen geeigneten Zoo abzugeben. „Als wir 2009 mit der Zucht der Kugelgürteltiere begonnen haben, gab es in Deutschland nur drei oder vier Zoos mit diesen Tieren“, sagt Hendel. Mittlerweile seien die putzigen Gesellen, die sich am Boden von Insekten ernähren, jedoch zu „Modetieren“ geworden und in vielen Zoos zu sehen.

Falls das neue Dresdner Jungtier ein Weibchen ist, wäre es eine wahre Besonderheit. Denn seit 2009 waren alle Neugeborenen – in der Summe neun Tiere – ausschließlich Männchen. Von allen ist Gurt der Vater, hatte sich anfangs jedoch mit Weibchen Schnalle zusammengetan. Schnalle war ein Wildfang, kam aus Posen nach Dresden und ist mittlerweile zu alt zum Kinderkriegen. Ösi-Schnalle ist hingegen jung genug und fühlt sich im gemeinsamen Gehege mit den Kaiserschnurrbarttamarinen wohl. Wenn sie ihr Kind in der Holzbox kurz alleine lässt, ist sie mit flinken Beinchen im Gehege unterwegs.