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Die Namenlosen

Der Karnevalclub Haßlau (KCH) ist mit einer neuen Tanzgruppe am Start. Eine Tänzerin war erst beim Semperopernball dabei.

Noch hat die neue Tanzgruppe des KCH keinen Namen. Doch der sollte sich während der kommenden drei Veranstaltungen finden lassen. Denn zum Kreiskarnevaltreffen am 23. November wollen die Tänzerinnen mit Können, Charme und Namen punkten.
Noch hat die neue Tanzgruppe des KCH keinen Namen. Doch der sollte sich während der kommenden drei Veranstaltungen finden lassen. Denn zum Kreiskarnevaltreffen am 23. November wollen die Tänzerinnen mit Können, Charme und Namen punkten. © André Braun

Roßwein/Haßlau. Wer den jungen Frauen der neuen Gardetanzgruppe bei den Vorbereitungen auf ihre Probe zuschaut, der merkt sofort: Sie schlüpfen schon länger in Uniform und Tanzstiefel. Ganz so „neu“ im Geschäft, wie Präsident Oliver Rühle angekündigt hat, sind die 18- bis 25-Jährigen im Faschingsgeschäft dann doch nicht. Ihre Routine macht sich auch auf der Tanzfläche bemerkbar. Ein paar Jahre Erfahrungen im Gardetanz können die meisten vorweisen. Daher fühlen sich die zehn Mitstreiterinnen der Gruppe durchaus schon als Team, obwohl sie in genau dieser Besetzung erst seit der aktuell laufenden 48. Saison zusammen trainieren.

„Wir haben bisher in zwei unterschiedlichen Gruppen getanzt, aber irgendwie auch schon alle einmal miteinander“, erzählen Jessica Georgi und Selina Helm. Miteinander entstünden jetzt auch die Choreografien für die Tänze, jeder könne seine eigenen Vorstellungen und Ideen einbringen. Auf ihren ersten Auftritt bei der Premierenveranstaltung am Sonnabend freuen sich die jungen Frauen schon sehr. Dabei dürfen sie nur ein- bis zweimal vors Publikum treten, obwohl sie monatelang trainiert haben.

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Diese Zurückhaltung hängt mit dem Zulauf zum Verein zusammen. Wie die Gardetänzerinnen erklären, gibt es im Moment sieben Tanzgruppen: von den Vor- und Grundschülern bis zu den Ü-30-Damen. Hinzu kommt „ein knackiges Männerballett“, so der Präsident. „Das ist sogar außerhalb der Faschingszeit für Veranstaltungen gut gebucht“, erzählt er mit hörbarem Stolz. Damit alle an den Faschingsabenden ihr Können zeigen, es aber auch noch Programm und für die Gäste ausreichend Gelegenheit zum Tanzen gibt, müssen sich die einzelnen Gruppen mit wenigen Einzel- und gemeinsamen Auftritten begnügen.

Den Probenaufwand hält Oliver Rühle in jedem Fall für gerechtfertigt: „Nach der Auftaktveranstaltung in die 49. Saison am 16. November werden wir an dem Sonnabend darauf Gastgeber des Kreiskarnevalstreffens sein“, erklärt er, dass sich die Haßlauer dann von ihrer besten Seite präsentieren und die Vertreter anderer Karnevalsvereine überraschen wollen.

Eine Überraschung dürfte für manchen Faschingsverein auch sein, dass es in einem kleinen Ort wie Haßlau tatsächlich rund 100 Narren gibt, die dem Verein die Treue halten, immer wieder neue dazustoßen. Damit ist die Kapazität nahezu erschöpft. „Die Möglichkeit zum Proben im Dorfgemeinschaftshaus und Präsentieren während der Veranstaltungen sind begrenzt“, veranschaulicht Rühle, weshalb es nur noch wenig Luft nach oben gibt. Weil der Nachwuchs nachrückt, sind einige der Gruppen zu groß geworden, mussten Tänzer in die älteren Jahrgänge aufrücken. So haben sich auch die bisher Namenlosen zusammengefunden. „Mehr Gruppen wollen wir nicht bilden“, sagt der Präsident. Nach kurzem Überlegen fügt er rasch hinzu: „Eigentlich sind wir dabei, noch einmal eine Jungen-Tanzgruppe aufzubauen. Vier Jungs im Alter zwischen vier und sechs Jahren trainieren inzwischen schon. Den einen oder anderen können wir noch aufnehmen. Dann ist aber Schluss.“

In seiner 48. Saison steuert der KCH nun aber erst einmal dem Höhepunkt entgegen. In Ossig ist alles vorbereitet und bei dem Motto wird es dem Publikum nicht allzu schwer gemacht, sich kostümiert ins närrische Treiben zu stürzen. Das ist für Maren Höhn mit einem ganz besonderen Flair verbunden. Deshalb begeistert sich die junge Frau immer wieder aufs Neue für den Faschingstanz. Aber sie kann auch anders. Beim Semperopernball 2019 war sie vor fast genau drei Wochen als Debütantin dabei und stand mit anderen jungen Tänzern im Rampenlicht. Für die vielen Promis auf dem Ball wie Fürst Albert II. oder Designer Guido Maria Kretschmer habe sie an diesem Abend kein Auge gehabt. „Da hat man mit sich zu tun.“ Ein unvergessliches Erlebnis sei der Ball trotzdem gewesen.

Termine: Abendverstaltungen des KCH am 23. Februar und 2. März. Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr, Tickets (10 Euro) an der Abendkasse. Kinderfasching: 24. Februar, 14 Uhr. Alle Veranstaltungen im Sonnenhof Ossig. Motto: 4 Jahreszeiten, die kennt Ihr – die 5te feiern wir heut’ hier!

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