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Die Narren übernehmen Freital

Bei der 16. Karnevalsparade am Sonntag wird die Dresdner Straße zur Partymeile. Das Zuschauen lohnt sich.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

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Freital. Wenn Siegfried Wünschmann seinen Namen alle Ehre macht und für den kommenden Sonntag drei Wünsche frei hätte, dann wäre „sonniges, nicht zu kaltes Wetter“ auf Platz eins. Der Präsident der hiesigen Karnevalsvereine denkt dabei besonders an die rund 10 000 Zuschauer der 16. Freitaler Karnevalsparade, die pünktlich um 14 Uhr an der Goethestraße starten soll und anderthalb Kilometer über die Dresdner Straße führt. Zum Zweiten wünscht sich der 69-Jährige „viele bunt gekleidete Närrinnen und Narren am Straßenrand“. Und zum Dritten würde er sich freuen, wenn „alle gut gelaunt und ausgelassen feiern“. Alle zwei Jahre feiern sich die Narren mit einer Karnevalsparade in Freital. Die Sächsische Zeitung sagt, was am 4. Februar geplant ist.

Die Parade: 14 Vereine und kiloweise Bonbons für die Zuschauer
Wünschmann schätzt, dass am 4. Februar etwa 800 Karnevalisten über die Dresdner Straße ziehen. Los geht es 14 Uhr auf dem Goetheplatz. Der letzte Wagen wird voraussichtlich gegen 16 Uhr das Ziel am Kulturhaus erreichen. „Ich schätze, dass der Zug etwa 500 bis 600 Meter lang sein wird“, so Wünschmann. Insgesamt 14 Vereine aus Freital, Wilsdruff, Bannewitz, Tharandt, Rabenau und Pretzschendorf machen mit. Jeder Verein hat sein eigenes Thema. Welche Umzugswagen, närrischen Kostüme und Verkleidungen die Karnevalsvereine dabei haben, verrät Wünschmann aber noch nicht. Kein Geheimnis ist hingegen, dass die Parade in diesem Jahr von den Wurgwitzer und den Mohorner Karnevalisten angeführt wird.

Beide Vereine feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. „Wir haben im Sommer begonnen, uns mit dem Thema der Karnevalsparade zu beschäftigen“, erzählt Wünschmann, der auch Gründer und Ehrenpräsident des Mohorner Carnevalsvereins ist. Seitdem laufen hier die Vorbereitungen für die Gestaltung des Zuges. Sicher ist, dass auch jede Menge Süßigkeiten an die Zuschauer verteilt werden. „Wir als Präsidentenrat haben 300 Kilogramm geordert“, so Wünschmann.

Die Musik: Guggenmusiker reisen aus Baden-Württemberg an
Besonders stolz ist Wünschmann auf den Auftritt einer Band mit dem komplizierten Namen „Omsnomgugga“. Die Gruppe aus Weiler in den Bergen in Baden-Württemberg ist Vertreter der sogenannten Guggenmusik, einem besonderen Blasmusikstil, der in der närrischen Zeit in Süddeutschland und der Schweiz gespielt wird. Dass die Musiker den weiten Weg nach Freital auf sich nehmen, ist ursprünglich einem Somsdorfer zu verdanken, der nach der Wende nach Baden-Württemberg gezogen ist. Er lernte die Musik kennen und stellte den Kontakt nach Freital her. Bereits zum zwölften Mal sind „Omsomgugga“ nun Teil der Karnevalsparade. Auch in diesem Jahr werden die Musiker wieder einheitlich verkleidet auftreten.

Außerdem sorgen die Poisentaler Blasmusikanten und das Feuerwehrblasorchester aus Wilsdruff für gute Stimmung auf und an der Strecke.

Die Party: Nach der Parade geht es im Kulturhaus weiter
Wenn der Karnevalszug das Kulturhaus erreicht hat, geht es dort mit einer Kinderparty weiter. Von 16 bis 18 Uhr stehen dann Meister Klecks und Spaßimir auf der Bühne. Der Eintritt ist frei. Die Feier nach der Feier war bei der vergangenen Ausgabe der Karnevalsparade vor zwei Jahren zum ersten Mal getestet worden. „Sie wurde sehr gut angenommen“, sagt Wünschmann. Der Eintritt kostet einen Euro.

Die Verpflegung: Buden an vier verschiedenen Standorten
Wer während der Parade Hunger und Durst hat, kann sich an sogenannten Gastro-Inseln mit Bratwurst, Bockwurst und Co. verpflegen. Die Stände befinden sich am Rathaus Deuben, an der Ecke Schachtstraße, an der Ecke Lutherstraße und direkt am Kulturhaus.

Die Sperrungen: Dresdner Straße und Goetheplatz voll gesperrt
Ab 12.30 Uhr ist der Bereich um den Goetheplatz und Gabelsberger Straße voll gesperrt. Die Dresdner Straße ist dann während des Umzugs von etwa 13.45 bis 16.15 Uhr dicht. Betroffen ist der Bereich zwischen Güterstraße und Wilsdruffer Straße einschließlich der Lutherstraße bis Einmündung Carl-Thieme-Straße. Der Verkehr wird in dieser Zeit in beiden Fahrtrichtungen über die Wilsdruffer Straße, Carl-Thieme-Straße, Hüttenstraße, Bahnhofstraße, Poststraße und Güterstraße umgeleitet. Von und nach Possendorf müssen Autofahrer über die Krönertstraße, Mühlenstraße und Körnerstraße fahren.

Die Buslinie A/348 des Regionalverkehrs Dresden (RVD) wird von der Dresdner Straße in beiden Richtungen über die Güterstraße, Poststraße, Busbahnhof Deuben, Hüttenstraße, Lutherstraße, Carl-Thieme-Straße und Wilsdruffer Straße zur Dresdner Straße umgeleitet. Die Linien E und F fahren ab der Wilsdruffer Straße in beiden Richtungen über die Carl-Thieme-Straße, Lutherstraße und Hüttenstraße zum Busbahnhof Deuben. Die Haltestellen Wehrstraße, Neumarkt, Schachtstraße sowie Platz des Friedens entfallen. Dafür erfolgt ein zusätzlicher Halt an der Haltestelle Lutherstraße. Die Linie B/66 wird in beiden Richtungen über die Lutherstraße und Hüttenstraße zum Busbahnhof Deuben umgeleitet, wobei die Haltstellen Neumarkt, Schachtstraße sowie Platz des Friedens in Fahrtrichtung Dresden entfallen. Dafür erfolgt ein zusätzlicher Halt an der Haltestelle Lutherstraße. Wer mit dem Auto anreisen will, sollte früh kommen. Parkplätze entlang der Strecke gibt es auf dem Neumarkt oder an der Bahnhofstraße. Geparkt werden kann auch auf dem Platz des Friedens. Wünschmann weist darauf hin, dass auf der Dresdner Straße möglichst nicht geparkt werden soll. Das erleichtere der Stadtreinigung, die Freitals Hauptverkehrsstraße direkt nach der Parade von Konfetti und Co. befreit, die Arbeit.

Die Geschichte: Aus Hühnerfasching wird eine Parade
Anlass der ersten Parade 1987 waren die Feierlichkeiten zu 30 Jahre Hühnerfasching der Rassegeflügel- und Taubenzüchter im damaligen Saal der HO Gaststätte Goldener Löwe. Das nahmen die Elferräte und die damalige Kreisarbeitsgemeinschaft Karneval Freital zum Anlass, eine Parade auf die Straße zu bringen. Trotz schlechten Wetters säumten damals 15 000 Menschen die Straße. Die unerwartet große Resonanz bewegte die Organisatoren, die Parade künftig jährlich, wegen des großen Aufwands ab 1989 aber nur noch zweijährlich zu veranstalten. Bis heute hat die Tradition gehalten, in immer wieder neuen Schauwagen, Requisiten und Kostümen. Für die Vereine ist der Aufwand enorm, alles ehrenamtlich. Freital, Tharandt, Wilsdruff und Bannewitz unterstützen die Feier finanziell. Die Stadt Freital stellt kostenlos die Straßenreinigung zur Verfügung und verzichtet auf Gebühren für die Straßensperrungen.