merken

Die neue alte Christuskirche

Nach über 90 Jahren wird die Heidenauer Kirche endlich komplett und gleich noch moderner.

© Daniel Schäfer

Von Heike Sabel

Heidenau. Die Christuskirche ist gar keine Kirche. Das stimmt. Bisher und fast. Sie ist nämlich eine ehemalige Fabrik für Fotoplatten. Obwohl sie 1927 ordentlich geweiht wurde, hatte Heidenau auf dem ersten Stadtplan nach der Wende nur eine Kirche: die katholische auf der Fröbelstraße. Die Kartenmacher gingen davon aus, zu einer richtigen Kirche gehört ein Glockenturm, der mit dem Kirchgebäude verbunden ist. Doch das war weder bei der Christus- noch der Lutherkirche der Fall. Die Lutherkirche gibt es als solche nicht mehr, sie ist privates Wohnhaus geworden.

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

Es entstanden unter anderem der neue Eingangsbereich …
Es entstanden unter anderem der neue Eingangsbereich … © Daniel Schäfer
… der Raum der Stille …
… der Raum der Stille … © Daniel Schäfer
…und die Sakristei.
…und die Sakristei. © Daniel Schäfer

Doch die Christuskirche ist nun endlich nicht nur eine richtige Kirche, sondern auch noch Gemeindezentrum: Weil der Glockenturm jetzt direkt mit dem Gebäude verbunden ist und der Um- und Ausbau fast beendet sind. Am 2. September findet nach über anderthalb Jahren die Wiedereinweihung statt. Die Sächsische Zeitung hat schon mal einen Blick in die neue alte Kirche geworfen. Der Projektkoordinator der Kirche, Uwe Lässig, zeigt die wichtigsten Veränderungen.

Die wichtigsten Veränderungen in der Kirche

Eingang durch den Glaspalast
Die Kirche hat jetzt nicht nur einen neuen Eingang, sondern ein großzügiges, modernes Foyer, das einen Kontrast zum Kirchengebäude darstellt. Dafür ist viel Platz zum Beispiel für den Weihnachtsbaum. Auch kleine Veranstaltungen sind hier denkbar.

Bonhoeffer weicht Klavier

Links nach dem Foyer die erste große Veränderung. Hier, wo sich früher das Boenhoeffer-Zimmer befand, fehlt jetzt eine Wand. Damit ist auch hier viel Platz, unter anderem für einen Flügel, den die Musikschule hier hinstellen will. Gegenüber befindet sich die voll ausgestattete Küche, kein Vergleich zu früher.

Kirchensaal
Die größte Veränderung hier sind die ausrangierten Bänke, die nun durch Stühle ersetzt werden. 160 Stück mit roten, gelben und orangen Sitzen. Die Farben wiederholen sich in der Brüstung, hinter der die inzwischen ebenfalls sanierte Orgel steht. Die Akustik ist prima, sagt Lässig. Im Obergeschoss befinden sich in der ehemaligen Wohnung Probenraum und Kindertreff.

Der öffentlichste Raum
Der Luthersaal links vom Eingang und gegenüber dem Kirchensaal ist der am meisten genutzte Raum und wird es auch bleiben. Er dient als Winterkirche und für Zusammenkünfte und Veranstaltungen. Hier gibt es auch eine Leinwand. Auf große Multimediatechnik hat die Kirche verzichtet, auch aus finanziellen Gründen.

Sakristei mit Glas ohne Terrasse
Die Sakristei ist für die Kirche ein wichtiger Raum. Hier werden die für den Gottesdienst notwendigen Dinge wie Altartücher, Abendmahlskelche und Ähnliches aufbewahrt werden. Oft sind die Sakristeien dunkle Nebenräume. Der in der Christuskirche ist dank großer Fenster sehr hell.

Räume für Jugend und Verwaltung

Die Junge Gemeinde hat schon mit der Gestaltung ihres Raumes begonnen. Der befindet sich im hinteren Teil des Gebäudes und ist über einen separaten Eingang erreichbar. Vor dem Raum steht ein Tischkicker, hinter ihm schließt sich ein Lager an. „Das ist zwar logistisch nicht optimal, wird aber auch gebraucht“, sagt Lässig. In diesem Bereich des Gemeindezentrums befindet sich im Erdgeschoss die Verwaltung.

Raum der Stille
Das ist der Bereich unterm Glockenturm, der bisher offen war und geschlossen wird. Gleichzeitig erhält er die Verbindung zum Gebäude, die die Kirche zur „richtigen“ Kirche macht. Der Raum wird spartanisch eingerichtet und soll immer offen sein. Bis zur Einweihung wird er wohl nicht fertig, sagt Lässig. Genau wie die Außenanlagen. „Aber es gibt immer wieder kleine Wunder.“

1 / 7