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Die neuen Glocken sind am Platz

Nach Festumzug und Weihe hob das Geläut am Montag ab. Bis es das erste Mal in Pretzschendorf erklingt, wird es aber noch dauern.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Anja Ehrhartsmann

Pretzschendorf. Mit Spanngurten festgezurrt, bunt geschmückt mit Blumen und Girlanden, wurden die drei neuen Bronzeglocken am Sonntag durch Pretzschendorf gezogen. Drei Pferdegespanne aus Hartmannsdorf, Colmnitz und Pretzschendorf waren dafür im Einsatz. Viele Dorfbewohner begleiteten den Festzug auf dem Weg zur Kirche. „Es war herrlich. Wir haben uns riesig gefreut, dass so viele mitgemacht haben“, sagt Pfarrerin Sabine Münch. Mehr als 550 Leute waren anschließend auch im Festgottesdienst. „Wir haben 1200 Euro Kollekte für die weitere Glockenfinanzierung bekommen.“ Auch sonst sei viel für die Glocken gespendet worden. Unterstützung gab es auch bei den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten. Viele haben mitgeholfen, ohne deren Hilfe es nicht gegangen wäre. Es wurde geputzt, gebacken, gebunden und geprobt. Posaunen- und Kirchchor übten gemeinsam das Glockenlied von Carola und Elisa Baumgart, das sie anlässlich der Weihe getextet hatten. Die Melodie stammt von André Engelbrecht, der auch die einleitende Fanfare komponiert hatte, berichtet Pfarrerin Münch. Ein Männerchor, der sich eigens für den Anlass gegründet hatte, sang, und die Kapelle der Pretzschendorfer Feuerwehr spielte.

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Der Weg der Glocken

Frauen aus der Kirchengemeinde hatten zur Glockenweihe Girlanden gebunden, die sie am Montag wieder abwickelten.
Frauen aus der Kirchengemeinde hatten zur Glockenweihe Girlanden gebunden, die sie am Montag wieder abwickelten.
Die drei neuen Bronzeglocken waren am Montag noch mit Kränzen verziert.
Die drei neuen Bronzeglocken waren am Montag noch mit Kränzen verziert.
Die mittlere Glocke hob als Erste vom Boden ab ...
Die mittlere Glocke hob als Erste vom Boden ab ...
... und schwebt hinauf zum Glockenturm.
... und schwebt hinauf zum Glockenturm.
Viele Zuschauer versammelten sich am Montagmorgen auf der Wiese vor der Kirche, um das Geschehen zu beobachten.
Viele Zuschauer versammelten sich am Montagmorgen auf der Wiese vor der Kirche, um das Geschehen zu beobachten.

Wer wollte, der konnte sich die Glocken einmal ganz in Ruhe aus der Nähe anschauen. Die drei Glocken sind unterschiedlich gestaltet. Auf der Kleinen steht ein Wort aus dem Prophetenbuch des Jeremia geschrieben: Land, Land, Land, höre des Herrn Wort. Abgebildet sind ein Engel mit Posaune und Ulmenblätter. Die Mittlere ist mit der vierten Bitte aus dem „Vater unser“ versehen: „Unser täglich Brot gib uns heute“. Verziert ist sie mit Ähren und Kornblumen. Die Große trägt einen Spruch aus dem Johannes-Evangelium: „Jesus Christus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben“. Eichenblätter und Eicheln sind darauf abgebildet, außerdem Alpha und Omega, die für Jesus Christus stehen. Der Kirchenvorstand hat die Gestaltung festgelegt. „Es war ein längerer Überlegungsprozess“, erklärt Pfarrerin Sabine Münch.

Seit Oktober waren die Glocken in Pretzschendorf gelagert. Wo, war aber nur wenigen bekannt. So sollten die Glocken vor Diebstahl oder Beschädigung geschützt werden. „Wir vom Kirchenvorstand danken der Maschinentechnik Pretzschendorf, die die Glocken in sichere Verwahrung genommen hatten“, sagt Pfarrerin Münch. Am Montagvormittag gelangten die drei Glocken dann endlich an ihren angestammten Platz: Nacheinander wurden sie in der Glockenstube abgesetzt, um sie wird nun der Glockenstuhl gebaut. „Die Gemeinde hofft, die Glocken am Sonntag, 19. August 2018, in Dienst stellen zu können.“