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Meißen

Die Neupartei wird schnell zur Altpartei

Peter Anderson über das Menscheln in der Politik.

©  SZ-Fotomontage

Die AfD hebt sich gern von den Konkurrenten im politischen Geschäft ab. Das drückt sich schon im Sprachgebrauch aus. CDU, SPD und Co. werden gemeinhin als „Altparteien“ oder auch „etablierte Parteien“ bezeichnet. In diesen herrschen „Parteiengezänk“und „Postengeschacher“. Bei der AfD gibt es das natürlich nicht. Die Mitglieder sind wie die Schweizer „ein einig Volk von Brüdern“. Bei Facebook sind besonders Bilder von sich umarmenden oder zuprostenden, kernigen Mannsbildern beliebt.

Die den der rassistischen Entgleisung des Coswiger AfD-Kreisrat Steffen Förster folgenden Querelen zeigen, wie schnell die Neupartei AfD doch zu einer Altpartei geworden ist. Persönliche Zurückstellungen bei der Stadtratslistenwahl werden jetzt öffentlich ausgetragen, Häme und Schadenfreude offen geäußert. Zugespitzt formuliert ließe sich sagen: Der Meißner Kreisverband zerlegt sich unnötigerweise selbst vor einer Wahl, bei der – so man den bisherigen Prognosen glaubt – die Alternative im Freistaat ein Rekordergebnis einfahren dürfte.

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Wen der jetzt offenbar werdende Riss im Meißner Kreisverband allerdings überrascht, der muss sich Naivität vorwerfen lassen.

E-Mail an Peter Anderson.

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