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Die Neustadt braucht mehr Überblick

Kulturangebote gibt es so viele, dass es selbst für die Anwohner schwer überschaubar ist. Das soll sich nun ändern.

© Sven Ellger

Wenn es einen Stadtteil gibt, in dem immer etwas los ist, dann ist es die Neustadt. Galerien reihen sich an Programmkinos und Gastronomiebetriebe. Kreative Menschen stellen allerhand auf die Beine. „An jeder Ecke macht jemand etwas. Die Neustädter muss man nicht anschieben, die kommen von allein“, sagt Ulla Wacker, Vorsitzende im Stadtteilhaus Äußere Neustadt. Das Problem: Da verliert selbst eine Neustädterin wie sie den Überblick. Dabei kennt sie den Stadtteil in- und auswendig. Was man da machen kann, besprachen Neustädter am Dienstagabend beim Bürgerforum im Stadtteilhaus.

Bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 steht in Dresden vor allem die Kultur der einzelnen Stadtteile im Mittelpunkt. In der Neustadt wird Kultur bereits in großem Maße gelebt. „Die Neustadt ist der Idealtypus für gelebtes Miteinander“, sagt Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke), als sie etwa 30 Bürger zur Gesprächsrunde begrüßt. Die diskutierten gemeinsam über die Stärken und Schwächen der Kultur im Stadtteil.

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In anderen Stadtteilen scheint es an nachhaltigen Projekten für das kulturelle Zusammenleben noch zu fehlen, sagt Klepsch. In der Neustadt gibt es bereits Kultur, doch es braucht dringend mehr Ordnung. Sonst gehen manche Aktionen unter oder werden auf den gleichen Tag gelegt. Da ist sich die Gesprächsgruppe einig. Sie hat auch eine Idee, wie das geändert werden könnte. „Wir brauchen eine Internetplattform, auf der sich alle Kreativen auch spontan eintragen können“, sagt Sophia-Therese Schmidt-Kühl von der Kunstausstellung Kühl. Das könnte auch bei einem anderen Problem helfen. Obwohl es in der Neustadt sehr viel bürgerliches Engagement gibt, sei es schwer, jemanden für Etabliertes zu beigeistern, sagt Ulla Wacker. Noch immer suche sie Leute, die künftig das Advenster organisieren wollen. Das ist eine Kleinkunstveranstaltung an den 24 Tagen vor Weihnachten.

Zudem soll Kultur noch mehr im öffentlichen Raum stattfinden. „In der Neustadt ist das Leben im öffentlichen Raum erlaubt. Die sozialen Schichten begegnen sich“, sagt Jana Erler vom Abenteuerspielplatz Panama. Genau dieses Zusammenleben wollen sie erhalten, stellen die Bürger bei dem Gespräch fest. Ihre Wünsche ähneln sich. Jetzt muss sich nur jemand finden, der ihre Pläne wie die Homepage auch umsetzt. (SZ/nf)