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Die Niederlande folgen den USA ins Finale

Die Europameisterinnen kämpfen sich mit einem 1:0 in der Verlängerung gegen Schweden ins Endspiel der Fußball-WM - dank einer früheren Bundesligaspielerin.

Die niederländische Torschützin Jackie Groenen (Mitte) bejubelt mit Liza van der Most (links) und Shanice van de Sanden den Einzug ins Finale.
Die niederländische Torschützin Jackie Groenen (Mitte) bejubelt mit Liza van der Most (links) und Shanice van de Sanden den Einzug ins Finale. © dpa/Sebastian Gollnow

Lyon. Die Europameisterinnen fordern den Titelverteidiger heraus. Die niederländischen Fußballerinnen stehen wie die USA im Finale der Frauen-Weltmeisterschaft. Sie rangen am Mittwochabend in Lyon den Deutschland-Bezwinger Schweden mit einem 1:0 nach Verlängerung nieder und erreichten zwei Jahre nach dem EM-Erfolg im eigenen Land erstmals ein WM-Endspiel. Dank des Tores der ehemaligen Frankfurterin Jackie Groenen in der 99. Minute kommt es am Sonntag um 17 Uhr erneut in Lyon zum Duell mit dem Favoriten. Schweden kämpft einen Tag zuvor zur gleichen Zeit in Nizza gegen England wie 2011 um Bronze.

Aufseiten der Schwedinnen, die im Viertelfinale am Sonnabend die deutsche Auswahl mit 2:1 besiegt hatten, war Nationalcoach Peter Gehardsson zu einer kurzfristigen Änderung der Startelf gezwungen. Da Nathalie Björn plötzlich über Fieber klagte, begann stattdessen Elin Rubensson im defensiven Mittelfeld. 48452 Zuschauer im Stade de Lyon sahen eine deutlich langsamere Partie als beim 2:1 der USA gegen England. Nach einer nervösen Anfangsphase übernahmen die früh pressenden Schwedinnen das Kommando. Bis zur ersten großen schwedischen Torchance brauchte es aber über eine halbe Stunde und einen Eckball von Magdalena Eriksson. Den Nachschuss von Lina Hurtig aus kurzer Distanz wehrte die niederländische Torhüterin Sari van Veenendaal in der 37. Minute mit dem Fuß ab. Schwedens Abwehr um die langjährige Wolfsburgerin Nilla Fischer bekam gegen die erschreckend harmlosen Europameisterinnen wenig zu tun. Die schnellen Angreiferinnen Sofia Jakobsson und Stina Blackstenius konnten sich auf der anderen Platzhälfte auch nicht gut in Szene setzen.

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Am Freitag, den 13.3. um 19.30 Uhr wäre die Playoff-Viertelfinal-Serie der Dresdner Eislöwen gegen die Löwen Frankfurt gestartet.

Nach der Pause bot sich ein ähnliches Bild, auch wenn die Niederländerinnen etwas mehr Zugriff bekamen. Doch wieder schnupperte Schweden nach einer Standardsituation an der Führung: Nach einer Ecke schoss die aufgerückte Fischer in der 56. Minute an den Pfosten. Anschließend setzte Vivianne Miedema auf der Gegenseite das erste Ausrufezeichen. Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl lenkte den Kopfball der früheren Bayern-Stürmerin mit einer starken Parade in der 64. Minute an die Latte.

In der Verlängerung drängten die Niederländerinnen auf die Entscheidung. Groenen, die bis zur vergangenen Saison beim 1. FFC Frankfurt in der Bundesliga gespielt hatte, schoss Oranje am Ende zum Erfolg. Kurz vor Schluss musste die Schwedin Kosovare Asllani mit der Trage vom Platz gebracht werden. Die 29-Jährige wurde über Minuten behandelt und anschließend mit einer Halskrause vom Feld getragen. (sid)