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Dresden

Die Orangenbäumchen kehren zurück

Die rund 80 Exemplare werden aus dem Winterquartier in den Zwinger gebracht. Womöglich reichen ihre Früchte das erste Mal für Marmelade. 

Mit der Sackkarre bringen Mitarbeiter des Schlösserlandes Sachsen die Orangenbäumchen an ihren Sommerplatz. Am Sonnabend werden sie wieder mit einem großen Barockfest im Zwinger gefeiert. © René Meinig

So langsam entwachsen die Orangenbäumchen des Zwingers ihren Kinderschuhen. Mittlerweile haben sie eine Höhe von 2,50 bis drei Metern. Als das Schlösserland Sachsen sie 2014 gekauft hatte, waren sie nicht nur deutlich kleiner, sondern die Kronen auch weniger ausladend. Der Durchmesser hat sich von 30 auf mittlerweile bis zu 100 Zentimeter vergrößert.

Orangeur Karsten Otto hat einen wesentlichen Anteil daran, dass es den 80 Bäumen so gut geht. 76 von ihnen kehren in diesen Tagen aus ihrem Winterquartier im Barockgarten Großsedlitz in den Zwinger zurück. Der 34-jährige Otto verfolgt mit kritischem Blick, wie seine Kollegen die Bäume von der Ladefläche des Transporters holen. Mithilfe einer Sackkarre werden die gut 110 Kilogramm schweren Bäume rund um zwei Grünflächen positioniert.

„Aber vorsichtig mit der Ecke oben“, warnt Otto beim Abladen. Die Bäumchen sollen keinen Schaden nehmen. Bisher gehe es ihnen gut in Sachsen. Ein paar Mal hätten sie mit Schädlingen wie Blattläusen zu kämpfen gehabt, aber nichts Tragisches, wie Otto sagt. Während sie im Winter in der Orangerie Großsedlitz bei Temperaturen um die zehn Grad Celsius wenig Pflege benötigt haben, brauchen sie seit April mehr Aufmerksamkeit. Otto hat mit einem ersten Schnitt die alten Wintertriebe beseitigt. Nach oben sollen sie nicht weiter wachsen, sondern stärker in die Breite. Im Zwinger erhält jedes Exemplar im Sommer täglich gut fünf Liter Wasser.

Schäden durch die vielen Zwingerbesucher sind in den zwei Saisons, die sie bisher draußen standen, kaum aufgetreten. „Nur an zwei, drei Stellen haben mal Früchte gefehlt. Aber essen kann man die recht trockenen Bitterorangen ohnehin nicht“, sagt Otto. Im vergangenen Sommer haben knapp zehn Bäume Früchte getragen. Für Saft sind sie wegen des bitteren Aromas nicht geeignet, eher für Marmeladen oder Likör. Wenn der Ertrag in diesem Jahr größer ausfallen sollte, werden sie an eine Weinhandlung abgegeben, die sie entsprechend verarbeitet.

Einige Dresdner fühlen sich besonders mit den Bäumen verbunden, weil sie eine Patenschaft übernommen haben. Kleine silberne Schilder zeigen die Namen. Die Patenschaft gilt für fünf Jahre und kostet 2.500 Euro. Die ersten Patenschaften laufen nun aus und werden somit wieder frei.