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Die Preisspirale dreht sich unaufhörlich

Die Gemeinde hat mit die höchsten Betreuungskosten für Kinder im Landkreis. Und bald wird es schon wieder teurer.

© dpa

Von Jürgen Müller

Käbschütztal. Noch sind viele Käbschütztaler mit ihren Kindern in den Ferien, doch wenn sie nach Hause zurückkehren, wird es für sie eine böse und vor allem teure Überraschung geben. Denn ab 1. September steigen die Betreuungskosten für die Kindereinrichtungen erneut an. Und das, obwohl die Gemeinde schon zu den teuersten im Landkreis gehört. Für eine neunstündige Betreuung in der Kinderkrippe sind für das erste Kind dann monatlich 242,15 Euro zu zahlen. Bisher waren es 223,31 Euro. Um zwölf Eurosteigen die Kosten für neun Stunden im Kindergarten. Ab September kostet das dann 153,26 Euro im Monat. Auch für sechs Stunden im Schulhort sind fast fünf Euro monatlich mehr zu zahlen. Der Preis dann: 82,77 Euro.

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Betrieben werden die beiden Kindereinrichtungen in Barnitz und Löthain von der Johanniter Unfallhilfe, den Hort betreibt die Gemeinde selbst. Als Käbschütztal vor mehr als zehn Jahren ihre Einrichtungen an diesen freien Träger übergab, erhofft sie sich auch geringere Kosten. Argumentiert wurde, dass die freien Träger ja nicht an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gebunden seien, somit weniger Personalkosten anfielen. Eingetreten ist jedoch dass Gegenteil. Das ist allerdings nicht nur Schuld des freien Trägers. Die Betriebskosten werden zwischen Landkreis, Gemeinde und Eltern aufgeteilt. Weil Käbschütztal in einer prekären finanziellen Situation ist, muss die Gemeinde den höchstmöglichen Beitragssatz von den Eltern nehmen.

Alle drei Einrichtungen hätten im vergangenen Jahr sparsam gewirtschaftet und seien sehr gut ausgelastet gewesen, sagt Hauptamtsleiterin Annerose Schubert. Der Personalkostenanstieg sei vor allem im veränderten Personalschlüssel im Krippenbereich begründet. Hatte eine pädagogische Fachkraft bisher sechs Kinder zu betreuen, sei diese Zahl rechnerisch auf 5,5 gesenkt worden. Es habe deshalb mehr Personal eingestellt werden müssen.

Die Johanniter Unfallhilfe begegne den notwendigen Veränderungen durch die Arbeit mit Zeitkonten. Arbeitszeit werde dabei in Monaten mit geringerer Belegung zum Beispiel um den Schuljahreswechsel angespart und in Monaten mit hoher Belegung eingesetzt. Damit könne der höhere Betreuungsbedarf zumindest teilweise durch die vorhandenen Kräfte abgesichert werden. Trotzdem seien Neueinstellungen erforderlich gewesen. Und die Hauptamtsleiterin bereitet auf noch höhere Beiträge vor. Denn in den kommenden Jahren stünden weitere Veränderungen im Personalbereich an, beispielsweise wenn es um Stunden für die Vor- und Nachbereitung gehe.

Neben den drei Kindereinrichtungen gibt es in der Gemeinde Käbschütztal auch drei Tagesmütter. Für Kinder, die dort betreut werden, gelten die gleichen Elternbeiträge.

Auch in Lommatzsch hat der Stadtrat jetzt die Elternbeiträge für die Kindereinrichtungen anhand der Betriebskosen neu festgelegt. Demnach gibt es ab August in der Kinderkrippe keine Änderungen. Für eine neunstündige Betreuung sind für das erste Kind 194,28 Euro im Monat zu zahlen. Im Kindergarten hingegen wird es günstiger. Hier sind für neun Stunden für das erste Kind 119,29 Euro fällig, knapp neun Euro weniger als bisher. Sechs Stunden im Hort kosten 75,12 Euro.