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Sport

Die Rakete zündet auch am Schießstand

Biathlet Johannes Kühn sprintet beim Weltcup in Oberhof als Dritter zum zweiten Mal aufs Podest, weil es bei seiner Wackeldisziplin besser läuft.

Schnell laufen kann er ohnehin. Dieses Mal klappt es bei Johannes Kühn auch mit dem Schießen.
Schnell laufen kann er ohnehin. Dieses Mal klappt es bei Johannes Kühn auch mit dem Schießen. © dpa/Martin Schutt

Vergnügt erfüllte Johannes Kühn die Autogrammwünsche der ausgelassenen Fans und posierte im Nieselregen für Selfies. Er genoss den ungewohnten Platz im Scheinwerferlicht sichtlich, und wäre der 28-Jährige nicht zur Siegerehrung gerufen worden, so hätte er noch weiter fleißig unterschrieben und in Kameras gegrinst. Der Biathlet war am Freitag der gefeierte Mann in Oberhof. Schließlich hatte er mit seinem starken dritten Platz im Sprint für ein echtes Highlight gesorgt.

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„Ich bin sehr zufrieden, auch wenn es besonders hart war. Die Bedingungen waren nicht einfach. Der eine Fehler ist ärgerlich, weil es eigentlich beherrschbar war“, sagte Kühn, der trotz einer Strafrunde erst den zweiten Podestplatz seiner Karriere feierte und sich im Schatten der arrivierten Arnd Peiffer und Benedikt Doll immer mehr in die Weltspitze schiebt.

„Dass der Hannes es drauf hat, wissen wir ja schon lange“, lobte Peiffer, der zuletzt gesundheitlich angeschlagen war und einen guten siebenten Platz belegte, seinen Auswahlgefährten. „Am Ende muss er es am Schießstand rüberbringen, und das hat der Hannes dieses Mal gemacht. Auf der Strecke ist er eh eine Rakete. Dann kann was Gutes bei rauskommen.“

Martin Fourcade überragt

Genau das bewies Kühn eindrucksvoll. Bei Dauerregen und schwierigen Bedingungen – aufgrund der anhaltenden Niederschläge der vergangenen Tage bestritten die Männer das Rennen auf der 2,5 Kilometer langen Frauenrunde – gelang ihm die zweitbeste Leistung in der Loipe. Nur bei seiner Wackeldisziplin Stehendschießen leistete er sich einen Fehler. „Wenn ich mein Potenzial voll ausschöpfe, dann reicht es relativ weit“, sagte Kühn.

Am Ende lag er 33 Sekunden hinter dem überragenden Martin Fourcade. Der Franzose feierte in Abwesenheit des Überfliegers Johannes Thingnes Bö aus Norwegen, der in Oberhof fehlt, weil er mit seiner Frau Hedda im Januar das erste gemeinsame Kind erwartet, ohne Fehler in 25:27,2 Minuten seinen 74. Weltcupsieg. Sein Mannschaftskollege Emilien Jacquelin belegte mit einem Schießfehler 25,5 Sekunden dahinter den zweiten Platz.

Auch Philipp Horn überzeugte. Er schaffte trotz zweier Strafrunden als 13. die Norm für die Weltmeisterschaft vom 13. bis zum 23. Februar in Antholz. Am Samstag stehen die beiden Staffeln auf dem Programm. Besonders bei den Frauen liegt der Fokus auf Wiedergutmachung für das Debakel mit Platz zwölf in Hochfilzen. „Wir wollen natürlich das Podest wieder angreifen“, sagte Denise Herrmann, die am Donnerstag im Sprint als Zweite glänzte. (sid)