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Sport

Frankfurt verpasst Sensation in London

Die Eintracht scheitert im Europa-League-Halbfinale beim FC Chelsea im Elfmeterschießen. Damit ist das zweite englische Endspiel perfekt.

Aus der Traum: Die Europa-Tournee von Eintracht Frankfurt endet vor dem großen Ziel. © dpa/Arne Dedert

London. Der FC Chelsea hat die Fußball-Festspiele von Eintracht Frankfurt in der Europa League im Elfmeterschießen beendet und den Traum vom ersten Finale der Hessen in einem internationalen Wettbewerb seit 39 Jahren platzen lassen. Eine Woche nach dem 1:1 im Hinspiel gewannen die Londoner das zweite Duell an der heimischen Stamford Bridge im Elfmeterschießen mit 4:3 (1:1, 1:1, 1:0) und dürfen sich jetzt auf das Endspiel am 29. Mai in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku freuen. Chelsea-Torhüter Kepa parierte die Elfmeter von Martin Hinteregger und Goncalo Paciencia und wurde anschließend von seinen Mitspielern euphorisch gefeiert.

Nach den Aufholjagden des FC Liverpool und von Tottenham Hotspur in der Champions League blieb das dritte Fußball-Wunder innerhalb von drei Tagen zum Leidwesen der aufopferungsvoll kämpfenden Mainstädter aus. Ruben Loftus-Cheek brachte Chelsea, das in einem Londoner Finale auf den FC Arsenal trifft, am Donnerstagabend in der 28. Minute vor 36070 Zuschauern in Führung. Der Treffer von Luka Jovic in der 49. Minute zum zwischenzeitlichen Ausgleich reichte der Eintracht nicht.

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Der Frankfurter Trainer Adi Hütter hoffte vor der Partie unter dem Eindruck der 4:0-Sensation des FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp gegen den FC Barcelona am Dienstagabend auf das Wunder von der Stamford Bridge und kündigt an, seine Mannschaft zeige ein 100 Prozent anderes Gesicht als beim 1:6 in der Bundesliga am Sonntagabend bei Bayer Leverkusen. Tatsächlich war die Eintracht anders als vier Tage zuvor von Beginn an hellwach und voll in der Partie. Lautstark angefeuert von seinen mitgereisten Fans, versteckte der Außenseiter sich nicht. Von der befürchteten Müdigkeit war bei den Frankfurtern in der Anfangsphase nichts zu sehen. Die Eintracht spielte nach vorn.

Bereits in der vierten Minute hatte Jovic die erste Frankfurter Chance, köpfte nach einer Ecke aber genau in die Arme von Chelsea-Torwart Kepa. Auf der Gegenseite traf Olivier Giroud in der 11. Minute den Ball nach einer Willian-Flanke per Hacke nicht richtig. Beide Mannschaften boten ein temporeiches Spiel und schnelle Angriffe. Nach einer knappen Viertelstunde hätte Danny da Costa den mutigen Auftritt der Eintracht beinahe mit dem 1:0 belohnt. Seine technisch anspruchsvolle Direktabnahme lenkte Kepa jedoch reaktionsschnell über die Latte.

Hinten machte Frankfurt die Mitte zunächst gut dicht. Über die Außenbahnen fand Chelsea allerdings Lücken. Erst scheiterte Giroud nach einer flachen Hereingabe von links aus spitzem Winkel an Eintracht-Keeper Kevin Trapp in der 23. Minute. Dann rettete Makoto Hasebe gegen einen Kopfball von David Luiz auf der Linie in der 24. Minute. Auch das 0:1 fand seinen Ursprung auf dem Flügel. Eden Hazard, der - anders als im Hinspiel -von Beginn an dabei war, setzte sich an der Seitenlinie durch, spielte einen Steilpass auf Loftus-Cheek, und der 23-Jährige schob den Ball unhaltbar in die lange Ecke.

Chelsea war jetzt deutlich überlegen und drängte die Eintracht nach hinten. Loftus-Cheek hätte den Vorsprung in der 39. Minute ausbauen können, doch es ging mit 0:1 aus Frankfurter Sicht in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel schlug die Eintracht zurück. Frankfurt spielte plötzlich hohes Pressing und belohnte sich mit dem Ausgleich. Nach starkem Doppelpass mit Mijat Gacinovic blieb Jovic frei vor Kepa ganz cool. Der Serbe erzielte bereits sein zehntes Tor in dieser Europa-League-Saison.

Das 1:1 gab der Eintracht zusätzliche Energie. Obwohl die Frankfurter bereits ihr 48. Pflichtspiel der Serie absolvierten, rannten und ackerten sie unaufhörlich. Doch auch Chelsea blieb gefährlich. Bei einem Flatterball des eingewechselten Davide Zappacosta hatte Trapp in der 78. Minute große Mühe. In der Endphase hatten die Londoner Glück, dass Cesar Azpilicueta nach einem rüden Foul gegen Gacinovic keine Rote Karte sah.

Der nach fünfwöchiger Verletzungspause erstmals wieder eingewechselte Sebastien Haller wäre in der Verlängerung fast zum umjubelten Frankfurter Torschützen geworden. Zunächst rettete David Luiz in der 100. Minute nach einem Schuss des Stürmers spektakulär auf der Linie. Fünf Minuten später war Zappacosta für seinen bereits geschlagenen Torhüter zur Stelle. Ein Treffer von Azpilicueta in der 116. Minute zählte nicht, weil der Chelsea-Kapitän Trapp laut Schiedsrichter Ovidiu Hategan aus Rumänien unfair im Fünfmeterraum angegangen war. So musste die Entscheidung vom Elfmeterpunkt fallen. (dpa)