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„Die Relegation gehört abgeschafft“

Energie Cottbus steht vor dem Aufstieg in die 3. Liga. Der Präsident sagt, was das bedeutet.

© imago/Steffen Beyer

Es ist nur noch ein letzter Schritt, auch wenn es der FC Energie Cottbus noch einmal spannender gemacht hat als nötig. Der 3:2-Sieg im ersten Relegationsspiel um den Aufstieg in die 3. Fußball-Liga bei Weiche Flensburg ist eine gute Ausgangsposition für das finale Rückspiel am Sonntag, 14 Uhr, im ausverkauften Stadion der Freundschaft. Präsident Michael Wahlich sagt im SZ-Gespräch, was Energie zwei Jahre nach dem Absturz in die Viertklassigkeit wieder stark macht.

Herr Wahlich, wie wichtig ist der Aufstieg für den Verein?

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Es würden wieder namhaftere Gegner – auch aus alten Zeiten – ins Stadion der Freundschaft kommen, die hoffentlich mehr Zuschauer bringen. Das überregionale Interesse würde ebenso zunehmen, was uns mehr Sponsorengelder bringen könnte. Für die Region wäre es sehr bedeutsam, weil Fußball ablenkt vom hier oftmals vorherrschenden Denken des ,Abgehängtseins‘, es stärkt den Zusammenhalt.

Worin sehen Sie die Gründe für die Dominanz von Energie in der Regionalliga und was halten Sie von der Relegation?

Die Relegation gehört abgeschafft! Die Dominanz ergibt sich aus der Geschlossenheit des Vereins. Wir haben eine an Profiverhältnisse grenzende Struktur, niemand hat in der Regionalliga Nordost Ähnliches zu bieten. Wir haben ein grandioses Trainerteam mit dem absoluten Fachmann und Motivator Pele Wollitz an der Spitze, die Mannschaft ist ein eingeschworenes Team mit sehr guten Fußballern, und die Gremien sind sich einig, und sämtliche Mitarbeiter geben alles für das Projekt Aufstieg. Keiner in der Liga hat annähernd so viele Fans im Rücken.

Plakativ gefragt: Ist Pele Wollitz der neue Ede Geyer?

Auf keinen Fall. Andere Zeiten, andere Umstände, anderer Fußball, anderer Trainer!

Energie als ein ehemaliger Bundesligist: Wo sehen Sie den Verein in seiner Entwicklung in den nächsten Jahren?

Die Vergangenheit zählt im Hier und Jetzt gar nichts. Die Ansprüche sind immer noch sehr hoch. Nicht meine, sondern der Fans. Wenn man 2022 mal wieder anklopft an Liga zwei, hätten wir alles richtig gemacht.

Wäre auch die Bundesliga denkbar?

Das ist aus heutiger Sicht völlig absurd, dazu braucht man in jedem Fall mehr Geld, als wir es jetzt haben. Wir wollen erst mal aufsteigen, uns dann etablieren – und nicht wieder absteigen.

Ist die Vergangenheit eher eine Last wegen der Erwartungshaltung oder ein Trumpf wie bei Spielerverpflichtungen oder Verhandlungen mit Sponsoren?

Die Vergangenheit ist Geschichte, die Gegenwart spricht für uns, und die Zukunft bleibt spannend. Um mit Sponsoren zu verhandeln, müssen wir Leistung anbieten. Daran arbeiten wir alle mit hohem Einsatz. Sponsoren bekommt man nicht geschenkt für alte Erfolge.

Das Gespräch führte Sven Geisler.