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Die Rückkehr des Weißen

Mit einer bekannten Skulptur wirbt die Albrechtsburg Meißen neuerdings auf dem Flughafen Dresden. Was dahinter steckt, sagt Burgchef Uwe Michel.

Herr Michel, wie kam es zu der Idee, mit einer Porzellanfigur auf dem Flughafen zu werben?

Die jetzt zu sehende Kleinplastik „Schneider Wibbels“, umgangssprachlich „der Weiße“ genannt, war in der Vergangenheit als Botschafter für die Albrechtsburg und somit für Meißen viel unterwegs. Beispielsweise stand er auf dem Berliner Hauptbahnhof, bei den Dresdner Filmnächten, in verschiedenen Hotels. Nun musste die Figur zunächst saniert, das Podest repariert und mit einem aktuellen Folienaufdruck beklebt werden. Jetzt ist er wieder fit und attraktiv. Der Dresdner Flughafen reiht sich als weiterer Standort ein. Das Team des dortigen Nicht-Flugverkehr-Bereiches hat den „Weißen“ sehr gern entgegengenommen und wir sind überzeugt, dass er im Flughafen seine Mission sehr gut erfüllen wird.

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Was hat denn der Flughafen von der Aktion und was zahlen Sie als Miete?

Der Airport ist um eine Attraktivität reicher und er bekommt ein Entgelt für die Bereitstellung der Fläche und die Betreuung der Figur. Über die Höhe ist Stillschweigen vereinbart.

Seit wann und für wie lange steht die Kleinplastik am Abflugdeck in der ersten Etage?

Sie wurde Anfang Juli angeliefert und soll bis Januar 2019 dort bleiben. Die russischen Touristen, die über den Jahreswechsel Dresden anfliegen, wollten wir unbedingt noch mit unserer Aktion erreichen.

Welchen Effekt versprechen Sie sich von der Auswahl des Flughafens? Warum ist dieser Ort so geeignet?

Der Standort ist belebt und für uns interessant, um weitere Gäste, insbesondere auch internationales Publikum, für Meißen zu gewinnen. Um die Stellfläche herum befinden sich interessante Präsentationen von verschiedensten Unternehmen, daneben Bistros und Shops, Service-, Erlebnis- und Veranstaltungsbereiche. Insgesamt also eine Fläche, die stark frequentiert wird von unternehmungslustigen Menschen oder Geschäftsreisenden. Diese gehören somit zu denjenigen, die das Potenzial haben, unsere Gäste zu sein. Aus diesem Grund freuen wir uns über die Zusammenarbeit mit dem Dresdner Flughafen.

Was genau stellt die mönchsartige Plastik eigentlich dar und wofür wird konkret geworben?

Konkret handelt es sich um die 1950 von Alexander Struck geschaffene Kleinplastik des „Schneider Wibbels“. Struck war seit 1918 Modelleur beziehungsweise Bossierer in der Porzellanmanufaktur. Als wir im Jahr 2010 das 300-Jährige zur Gründung der ersten europäischen Porzellanmanufaktur begangen haben, haben wir uns für diese Figur als unseren Werbebotschafter entschieden. Sie verkörpert in ihrer Gestik und in ihrer Körperhaltung etwas Philosophisches und teilweise etwas Mystisches. Aus unserer Sicht könnte der Schneider auch ein Alchimist sein, der sich, betend und arbeitend, auf die Suche nach dem Stein der Weisen begibt. Geheimnisvoll blickt er zum Firmament, hoffend auf Intuition, um auf das Geheimnis der Rezeptur zu kommen. Für uns eine gut geeignete Figurenplastik, um die Geschichte des Porzellans zu erzählen. Daneben stehen noch verschiedene Prospekte zur Albrechtsburg und unser in sechs Sprachen verfasste Imageflyer „Trendsetter“. Starke Argumente also, die den Flughafengast von einem Besuch Meißens überzeugen sollen.

Ist die Figur denn ein Original?

Sie ist kein Original. Die Nachbildung und starke Vergrößerung stammt von der Dresdner Firma Martinum für Eventdekorationen.

Die Fragen stellte Marcus Herrmann.