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Die Sache mit dem Schleier

Die Debatte um das Burka-Verbot erhält eine ungewöhnliche Note. Und Grüne probieren sich aus.

© dpa

Von Thilo Alexe

WITZ in der Politik ist generell eine heikle Sache, noch heikler ist sie, wenn dabei die AfD in Spiel kommt. Kann man, soll man, darf man das lustig finden, was die Rechtspopulisten erzählen? Wir wissen um die oft derbe Rhetorik und die provozierende Form der Kritik. Und dennoch: Ein Aspekt in der Debatte zum Burka-Verbot ist zumindest nicht frei von Originalität. Wer eine Burka trägt, bemerkt AfD-Fraktionschefin Frauke Petry, kann nicht Gesicht zeigen gegen rechts.

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MAN muss das nicht schenkelklopfmäßig witzig finden, zumal sich die diskreditiert fühlen dürften, die sich seit Jahren gegen Neonazis engagieren. Leises Lächeln geht aber. Und wer will, kann daraus ableiten, dass die AfD gerne Gesicht zeigt gegen rechts, da sie ja die Burka ablehnt. Ob die im Netz angebotene Tragetasche, auf der ein unverschleierter Björn Höcke aus dem Nachbarland Thüringen mitsamt dem Slogan „Geht aufrecht“ gedruckt ist, auch als Statement gegen rechts dienen soll? Wir wissen immerhin, dass sie 2,50 Euro kostet.

ZURÜCK nach Sachsen: Hier machen die Grünen offenbar einen Prozess durch, der in Baden-Württemberg längst abgeschlossen ist. Nimmt die Partei Kurs aufs manchmal behäbige, aber eben doch mehrheitsbescherende Bürgerliche, oder will man doch wilde und ungebändigte Kraft sein? Beides ist möglich, zumindest in Chemnitz. Der dortige Grünen-Bürgermeister ist für ein Ballspielverbot im Park vor der Stadthalle, die Grünen-Stadträte finden das wenig belebend. Nun wird weiter gekickt.