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Döbeln

Die Schönheit des Augenblicks entdecken

Auf dem Kornhausboden der Burg Mildenstein sind Werke der Döbelner Malerin Olga Scheck zu sehen. „Magie der Schöpfung“ heißt die Ausstellung.

Die Döbelner Künstlerin Olga Scheck wurde zur Vernissage ihrer Ausstellung in der Burg Mildenstein von ihrem Sohn Reinhold auf dem Piano musikalisch begleitet.
Die Döbelner Künstlerin Olga Scheck wurde zur Vernissage ihrer Ausstellung in der Burg Mildenstein von ihrem Sohn Reinhold auf dem Piano musikalisch begleitet. © Lars Halbauer

Von Helene Krause

Leisnig. Unter dem Titel „Magie der Schöpfung“ zeigt die Döbelner Malerin Olga Scheck derzeit in einer Ausstellung ihre Werke. Am Sonnabend wurde die Schau eröffnet. 25 Besucher waren dafür auf den Kornhausboden der Burg Mildenstein in Leisnig gekommen.

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Zu sehen sind Landschaften, Stillleben, Abstraktes und Kurioses in denen sich oft Reales und Surreales vermischen. Olga Schecks Landschaften bestehen oft nur aus Umrissen von Bäumen, Felsen und Himmel oder aus bunten Farbtupfen und Strichen. 

Doch auch Realistisches gibt es in der Ausstellung zu entdecken, so wie das Bildmit dem Titel „Das kann ich auch“. Darauf ist ein kleines blondes Mädchen im Ballettröckchen zu sehen. Es steht vor einer Ballettstange. Hinter der Stange macht ein Dackel auf einem Hocker Männchen. Ein anderes Bild, das „Künstler“ heißt, zeigt vor einem roten Hintergrund einen Maler, der in der rechten Hand einen Pinsel und in der Linken einen Kohlestift hält.

Auf einem Tisch vor ihm, von dem nur die rechte untere Ecke zu sehen ist, liegen Farbtuben. Alle diese Bilder sind in Öl auf Leinwand gemalt. Doch nicht nur Ölbilder der Künstlerin zeigt die Ausstellung. In zwei Vitrinen liegen Tuschezeichnungen, meist von Landschaften.

Mit ihren Werken drückt Olga Scheck die Schönheiten, aber auch die Unwägbarkeiten der Natur und des Augenblicks aus. Manche Bilder entstehen bei ihr innerhalb von Augenblicken, für andere wiederum brauchte sie Jahre. Die Ideen für ihre Werke bekommt sie durch Ereignisse in ihrer Umgebung und ihrem Leben. Wie sie sagte, besitzt das Bild an sich immer noch einen rituellen Eigenwert, da sich dem Betrachter die Möglichkeit eröffnet, in Farbklängen, Formen, Rhythmus und Zusammenhängen selbst einiges zu entdecken.

Olga Scheck ist von Beruf Architektin. 1966 in Nignij Tagil im Bezirk Swerdlowsk in Russland geboren, studierte sie Architektur an der Tomsker Hochschule für Bauwesen mit den Lehrfächern Malerei, Bildhauerei und Grafik. 1994 siedelte sie mit ihrer Familie nach Deutschland um. Hier war sie als Architektin tätig. Nach der Arbeit malte sie. Deshalb entschied sie sich später, ganz für die Kunst. Seit 2008 ist sie freischaffend. Auf dem Obermarkt in Döbeln betreibt sie ein eigenes Atelier.

Reiner Götze aus Döbeln kennt Olga Scheck sehr gut. „Ich erhalte demnächst ein Bild vom Krebsteich bei Gersdorf von ihr. Dort gehe ich viel wandern und die Landschaft ist sehr schön.“ Schecks Bilder gefallen ihm sehr gut.

Desdemona Schneider aus Geringswalde war, wie sie sagte, mit großem Interesse zu der Ausstellungseröffnung gekommen. „Wir sind mit Olga Scheck bekannt“, sagte sie. „Mein Mann malt auch und hatte schon mit ihr eine Ausstellung. Ich möchte schauen, was sie wieder Neues gemalt hat.“

Über 45 Ausstellungen hat die Künstlerin, die Mitglied der International Federation of Artist ist, bisher organisiert, unter anderem im Schloss Rochlitz, in der Burg Kriebstein, in Leipzig und im Kloster Buch.

Zu der Ausstellung im Kornhausboden kam es, als die frühere Mitarbeiterin der Burg Mildenstein Wibke Glöckner bei Olga Scheck anfragte, ob sie in Leisnig ausstellen will. „Ich freue mich, dass ich auf der Burg Mildenstein ausstellen darf . Es st für mich eine besondere Ehre“, sagte die Künstlerin.

Eröffnet wurde die Vernissage von der Museologin der Burg Mildenstein Claudia Fischer. Die Begrüßungsrede hielt der Sohn der Künstlerin, Reinhold Scheck. Er begleitete die Ausstellungseröffnung auch musikalisch auf dem Klavier. Noch bis zum 18. August ist die Ausstellung in der Burg Mildenstein zu sehen.