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Zittau

Freie Fahrt auf der Zittauer Schrammstraße

Auf exakt 1.664 Meter ist die Strecke nun ausgebaut, eine Kreuzung hingegen umgebaut. Von dem Bauprojekt profitiert auch die polnische Seite.

Das Band ist durchschnitten. Die Schrammstraße in Zittau ist grundhaft ausgebaut und wurde feierlich übergeben.
Das Band ist durchschnitten. Die Schrammstraße in Zittau ist grundhaft ausgebaut und wurde feierlich übergeben. © Matthias Weber

Großer Bahnhof am Donnerstag auf der Schrammstraße in Zittau. Und etwas Erleichterung bei vielen Kraftfahrern. Zittau hat eine gesperrte Straße weniger. Nach reichlich zwei Jahren Bauzeit ist die Schrammstraße nun grundhaft ausgebaut. "Nicht nur die Anwohner werden aufatmen, auch viele, die die Straße nutzen", schilderte Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) bei der feierlichen Freigabe der Schrammstraße. Und er dankte auch den Baufirmen, nicht nur für ihre Arbeit, sondern für die guten Absprachen mit den Anwohnern. 

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Vom 11. bis 13. Oktober findet bereits die sechste Baumessen "LöBAU" statt. Die ENSO AG präsentiert sich als Partner mit Lösungen für Solarstrom im Eigenheim.

Am 1. Februar 2016 war der Projektantrag eingereicht worden. Im Jahr darauf saß Thomas Zenker hier am 11. Mai 2017 im Bagger und hob symbolisch den ersten Spatenstich für die Baumaßnahme aus. Und so, wie es derzeit aussieht, liegen die Kosten für das Projekt mit insgesamt 3,7 Millionen Euro noch im geplanten Bereich, schildert er. 

Auf exakt 1.664 Meter hat die Schrammstraße nun von der Goldbachstraße bis zur Friedensstraße nicht nur einen 1a-Fahrbahnbelag sowie Rad- und breite Gehwege auf beiden Seiten. Unter ihr sind ebenso die Ver- und Entsorgungsleitungen der Zittauer Stadtwerke für Gas, Trink- und Abwasser, Strom und IT-Leitungen neu verlegt worden. Die Straßenbeleuchtung ist jetzt zudem auf energiesparende LED-Lampen umgestellt. 

Zugleich wurde durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Kreuzung Humboldtstraße/Schrammstraße umgebaut und eine neu Ampelanlage installiert. Die Stadt Zittau hat dabei nicht nur durch die finanzielle Unterstützung durch den Freistaat Sachsen unter anderem für die Straßenbeleuchtung und das Verlegen eines neuen Mischwasserkanals profitiert.

Ohne das europäische Koordinationsprogramm "Interreg Polen-Sachsen" wäre das Projekt erst gar nicht möglich gewesen, schildert der Oberbürgermeister. Denn hierüber wurde mit einer 85-prozentigen Förderung das Herzstück des Projektes - der Straßenbau - finanziert. Aber nicht nur das.

Denn die EU-Mittel dienten einem bestimmten Zweck. Sie sollen das grenzüberschreitende Verkehrsnetz verbessern. Und so wurde nicht nur der Ausbau der Schrammstraße bis zur Grenze auf deutscher Seite gefördert, sondern auch auf polnischer Seite die Woiwodschaftsstraßen in den Abschnitten Turoszow-Sieniawka und Zatonie-Bogatynia.

Von Zittau aus ist Görlitz damit jetzt auf beiden Seiten der Neiße auf ordentlichen Straßen erreichbar. Zumindest bald. Denn erst im August wird auch die polnische Straße entlang der Neiße fertig, berichtete Cwynar Krzysztof vom zuständigen Bauamt für Straßen und Eisenbahnen des Nachbarlandes.

Ohne den polnischen Partner für das Projekt wäre diese Förderung und damit der Ausbau der Schrammstraße nicht möglich gewesen, betonte Thomas Zenker. Und er dankte der polnischen Woiwodschaft auch für den Verzicht von Fördermitteln zugunsten der Stadt Zittau.

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